RCB stuft Mayr-Melnhof von "Kauf" auf "Übergewichten" ab

11. September 2002, 16:12
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Niedrigere Wachstumsaussichten - Bewertungsabschlag von 50 Prozent im Branchenvergleich

Wien - Die Raiffeisen Centrobank (RCB) hat ihr Anlagevotum für die Aktien des Papier- und Faltschachtelerzeugers Mayr-Melnhof von "Kauf" auf "Übergewichten" zurück genbommen. "Die von uns erhoffte konjunkturelle Erholung im zweiten Halbjahr kristallisiert sich als immer unwahrscheinlicher heraus", so die Begründung einer aktuellen Unternehmensanalyse. Auch der Auftragstand von 60.000 Tonnen Ende August deute auf keine signifikante Geschäftsbelebung hin.

Vielmehr rechnet die RCB durch den gesunkenen Auftragsstand mit Produktionsstillständen im vierten Quartal 2002. "Obwohl ein Großteil der Unsicherheit über den weiteren Konjunkturverlauf im Kurs eingepreist ist, drängt sich ein zyklisches Investment nicht auf", so der RCB-Analyst Alfred Steininger.

Heuer Gewinn je Aktie von 7,09

Für heuer erwartet die RCB einen Gewinn je Aktie von 7,09, die Schätzung für 2003 liegt bei 8,06 Euro, was einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 9,6 bzw. 8,4 entspricht. Der Umsatz wird für heuer mit 1,25 Mrd. Euro erwartet, eine durch Akquisition in den beiden Divisionen Karton und Packaging getriebene Steigerung um 11,7 Prozent. Auch für die kommenden beiden Jahre werden Umsatzanstiege gesehen.

Den Vergleich mit Konkurrenzunternehmen braucht Mayr-Melnhof laut RCB nicht scheuen. Auf KGV-Basis errechnet sich ein Abschlag von zehn Prozent gegenüber der Peer-Group. Auf Basis der Kennzahl EV/EBITDA (Unternehmenswert durch Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) sei die Aktie sogar um 50 Prozent niedriger bewertet als der Branchendurchschnitt.(APA)

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