"Demokraten" erwägen Kandidatur

11. September 2002, 14:23
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Fußi sieht sich in seinem Kurs bestätigt

Wien - "Der Ankauf der Eurofighter ist Geschichte, mein Weg beginnt erst". Mit diesen Worten kommentierte Rudolf Fußi, der Initiator des Volksbegehrens gegen Abfangjäger, in einer Pressekonferenz am Mittwoch, die Verschiebung des Eurofighter-Ankaufs und spricht mit Stolz geschwellter Brust "vom schönsten Tag in meinem Leben". Mit seinen Demokraten erwägt Fußi nun ein Antreten bei der vorgezogenen Nationalratswahl.

Sein Volksbegehren sei nicht nur Beweis für das Funktionieren direkter Demokratie, sondern auch ein Mitgrund für den Bruch in der FPÖ. Daher beansprucht Fußi auch einen kleinen Teil des "Skalps von Riess-Passer, Grasser und Westenthaler". Er werde aber nicht zulassen, dass "Trittbrettfahrer" wie Jörg Haider (F) und Alfred Gusenbauer (S) "sich nun ein Stück des Bärenfelles krallen": der Kaufstopp der Abfangjäger sei einzig und allein sein Erfolg. Der "Lügenkanzler" Wolfgang Schüssel (V) habe sich durch seine Äußerungen zu einer "Eurofighter-Plattform" selbst disqualifiziert.

Fußi sieht in diesen Entwicklungen das Potenzial für eine neue politische Kraft und fühlt sich dem Wählerwillen verpflichtet. "Daher müssen die Demokraten Neuaufträge im Rahmen einer Wahl annehmen", er will aber der Entscheidung der Gremien nicht vorgreifen. Der Parteivorstand wird morgen, Donnerstag, über eine mögliche Kandidatur entscheiden, "doch letztlich steht und fällt alles mit dem Geld". Etwa 300.000 Euro für den Wahlkampf seien schon vorhanden, ebenso ein brauchbares Team. Über mögliche Kandidaten hüllte sich Fußi aber in Schweigen.

Um bei der Nationalratswahl antreten zu können, sind die Unterschriften von insgesamt 2.600 Wahlberechtigten oder die Unterschrift von drei Nationalratsabgeordneten notwendig. Die Zusage von drei Nationalratsmitgliedern habe Fußi schon, doch gäbe es nie eine "hundertprozentige Sicherheit". Von dem FPÖ-Parteitag kommende Woche erwarte er sich, sofern sich "das deutsch-nationale Lager durchsetzt, massive Übertritte von Freiheitlichen" zu seiner Partei.

Fußi resümiert, dass das Land eine neue politische Bewegung braucht, um den "Bürger in seiner Eigenverantwortung zu stärken" und "die direkte Demokratie zu fördern". (APA)

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