"Rebell" Fischl schießt sich auf Schüssel ein

11. September 2002, 17:25
19 Postings

Oststeirer feiert Comeback in steirischer FP

Graz - Harald Fischl, der immer wieder als "Rebell" in Erscheinung tretende FPÖ-Bezirkschef aus dem steirischen Fürstenfeld mit besonders gutem Draht zu Jörg Haider, schießt sich auf ÖVP-Bundeskanzler ein: Wolfgang Schüssel habe die Koalition "mit Vorsatz" zerstört, er habe nur auf eine günstige Gelegenheit gewartet, um die Regierung platzen zu lassen. Fischl macht sich - wie die gesamte steirische Parteispitze - für einen Parteiobmann Haider stark und wünscht sich den Kärntner Landeshauptmann auch als Spitzenkandidaten.

Er sei zwar nicht der "Richtungsgeber", doch sei es nun an der Zeit, "das wahre Gesicht des Wolfgang Schüssel vorzuführen". Dieser sei es gewesen, der bewusst Neuwahlen vom Zaun gebrochen habe, in dem er Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer in die Krise "hineingesteuert hat". Jetzt verteile er plötzlich "Zuckerln" an Beamte und Pensionisten und sage den Abfangjägerkauf ab. In Kernfragen wie der EU-Osterweiterung oder bei den Abfangjägern wäre es ohnedies "in spätestens drei Monaten zum Crash gekommen", ist sich der Oststeirer sicher.

"Selbstverständlich kein Putsch"

Die so genannten 400 Rebellen, zu deren inneren Kreis sich Fischl selbst zählt, hätten selbstverständlich keinen Putsch beabsichtigt, resümiert der FP-Funktionär: "Wir wollten korrigieren, nicht zerstören". Fischl, der sich durch seine Kritik an Obmann Leopold Schöggl in der Landespartei selbst ins Out manövriert hatte - er war beim letzten Parteitag als Stellvertreter durchgefallen - präsentierte sich am Dienstagabend bei einer Vorstandssitzung konziliant und zugleich selbstsicher: "Jetzt ist wohl jeder gut beraten zu kapieren, dass keine Zeit ist für interne Differenzen". Die Idee, mittels Beschluss Jörg Haider um die Übernahme der Obmannschaft zu ersuchen, habe er eingebracht. Die Ausarbeitung sei dann gemeinsam mit dem erweiterten Vorstand unter Landeschef Schöggl - der nicht unter den Unterzeichnern der Sonderparteitag-Antrags war - erfolgt.

Trotz der scharfen Kritik an Schüssel ist Fischl weiter für eine bürgerliche Koalition. Nun sei es notwendig, zu den Kernthemen zurückzufinden, um aus der "realistisch gesehen ungünstigen Ausgangslage" doch noch ein gutes Wahlergebnis einzufahren. Schüssels Versuch, die FPÖ "aufzumischen", erachtet er als gescheitert: " Das hat uns noch mobiler und bereiter gemacht, das gibt uns die Kraft, die hoffentlich zu einem positiven Aha-Erlebnis bei der Wahl führt". (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.