Martha Stewart nun Fall für die Justiz

11. September 2002, 13:29
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Insiderhandel: Kongressausschuss beendet Untersuchung - Ministerium soll nun prüfen, ob die US-Superhausfrau Falschaussagen veranlasst habe

Washington - Ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses hat seine Insiderhandels-Untersuchung der prominenten amerikanischen Unternehmerin Martha Stewart im Zusammenhang mit dem Verkauf von knapp 4.000 Aktien der Pharmafirma ImClone beendet. Der Ausschuss forderte das US-Justizministerium auf, das Vorgehen von Stewart zu untersuchen. Dies teilte der Vorsitzende des Energie- und Handelsausschusses, Billy Tauzin, am Dienstag mit. Das Ministerium solle prüfen, ob Stewart Falschangaben veranlasst habe.

Stewart hatte immer wieder ihre Unschuld beteuert. Die bekannte Moderatorin einer TV-Haus- und -Garten-Show und Millionenschwere Unternehmerin hatte sich geweigert, vor dem Ausschuss auszusagen.

Ihre Anwälte hatten klar gemacht, dass sie die Aussage verweigern würde, falls der Kongressausschuss sie vorladen sollte. Stewart hatte nach Angaben ihrer Anwälte mehr als 1.500 Seiten Dokumente zur Verfügung gestellt. Ihre Anwaltsfirma betonte am Dienstag, dass der Verkauf ihrer ImClone-Aktien in den laufenden Untersuchungen des Justizministeriums und der amerikanischen Wertpapier- und Börsenkommission SEC behandelt werden sollte. Sie seien hierfür zuständig und hätten die notwendige Expertise. Robert Morvillo, einer der Stewart-Anwälte, sagte, er vertraue darauf, dass die Untersuchung zu einer Entlastung Stewarts führen werde.

Wall Street reagiert positiv

Die Wall Street reagierte positiv. Die Aktien ihrer Firma Martha Stewart Living Omnimedia sind am Dienstag um 16,77 Prozent auf 9,05 Dollar in die Höhe geschossen. Sie hatten allerdings noch im März dieses Jahres mit 20,93 Dollar notiert. Das Unternehmen verlegt das Martha Stewart Living Magazine, produziert eine TV- und Radio-Show und verkauft Produkte für den Hausgebrauch über den Discount-Einzelhändler Kmart.

Stewart hatte am 27. Dezember vergangenen Jahres ihre ImClone-Aktien einen Tag vor der Mitteilung der Biotech-Firma verkauft, dass die Zulassung des ImClone-Krebsmedikaments Erbitux durch die amerikanische Nahrungs- und Arzneimittelbehörde FDA vorläufig abgelehnt worden war. Nach dieser negativen Nachricht waren die ImClone-Aktien stark eingebrochen. Stewart hatte behauptet, sie habe eine Vereinbarung mit ihrem Makler gehabt, die ImClone-Aktien zu verkaufen, falls der Kurs unter 60 Dollar fallen sollte.

Der frühere ImClone-Chef Sam Waksal war kürzlich wegen Insiderhandels, Justizbehinderung und Meineid angeklagt worden. Er war mit Stewart befreundet. (APA/dpa)

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    Wegen Insiderhandels im Visier der Justiz: Martha Stewart.

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