Aus für Billa in Ungarn

11. September 2002, 19:38
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Rewe-Konzern verkauft Supermärkte in Ungarn an Spar und baut Penny-Märkte aus

Köln - Der deutsche Rewe-Konzern trennt sich von seinen Billa-Supermärkten in Ungarn. Die von Rewe Austria (Billa, Merkur, Mondo, Emma) betriebenen 14 ungarischen Billa-Filialen wurden an Spar Ungarn, eine Tochter der Auslandsgesellschaft Aspiag Management AG des Spar-Konzerns, verkauft, wie der Handelskonzern am Mittwoch mitteilte.

Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die verkauften Märkte mit 440 Mitarbeitern erzielten aber 2001 einen Umsatz von 39 Mio. Euro. Rewe wolle sich auf die Expansion der Diskontmärkte Penny konzentrieren, von denen es derzeit 130 in Ungarn gibt, hieß es in der Erklärung weiter.

Markenpolitik

Die Rewe-Gruppe erzielte 2001 einen Umsatz von 400 Mio. Euro in Ungarn und einen Gesamtumsatz von 37,5 Mrd. Euro. "Die Entscheidung, mit welcher Marke wir in einem Markt vorgehen, hängt von der jeweiligen Entwicklung im Land ab", kommentierte Rewe-Konzern-Sprecher Wolfram Schmuck den Verkauf der 14 Billa-Supermärkte und die künftige Konzentration auf die Marke Penny in Ungarn.

Auch in Polen habe man sich mit der Marke Billa zurückgezogen. Dort wurden die 14 Filialen mit einem Umsatz von rund 72 Mio. Euro im Sommer 2001 an den französischen Lebensmittelmulti Auchan verkauft. Mit den anderen Reformländern, in denen Rewe bzw. Billa aktiv ist, habe die Entscheidung, mit der Marke Billa in Polen und Ungarn am Markt aufzutreten, "nichts zu tun", betonte der Rewe-Sprecher.

Eine Umwandlung der 14 ungarischen Billa-Märkte in Penny-Märkte sei nicht möglich gewesen, "weil sie nicht in dieses Netz passen", sagte Schmuck. Rewe ist mit der Marke Billa abgesehen von Österreich und Italien in der Slowakei (39 Märkte), in Rumänien (9), in Kroatien (8), in Bulgarien (8), in der Ukraine (8) und in Tschechien (180 Penny- und Billamärkte) präsent.

Weiter Expansion

Die Expansion von Billa soll in Osteuropa laut Schmuck fortgesetzt werden. In der Größe und Ausstattung seien die Märkte in den Reformländern eher mit Merkur vergleichbar als mit heimischen Billa-Filialen. Rewe hat die Ungarn-Aktivitäten von Billa bei der Übernahme des BML-Konzerns 1996 mitübernommen. In diesem Jahr wurden auch die ersten Penny-Diskontmärkte in Ungarn eröffnet.

Mit derzeit 130 Penny-Filialen in Ungarn sei Rewe jetzt Marktführer im Diskontbereich. Man bündle die Kräfte auf den erfolgreichen Diskonter, "um diese Führungsposition durch weitere systematische Expansion von Penny weiter ausbauen", so Rewe-Chef Hans Reischl in der Pressemitteilung. (APA, DER STANDARD, Printausgabe 12.9.2002)

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Billa

Spar

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    In Polen und Ungarn hat der deutsche Riese Billa aufgegeben. Anderswo soll die Expansion des einstigen Karl Wlaschek-Besitzes aber weiterrollen.

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