In dubio pro homo ludens

11. September 2002, 13:19
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Griechisches Gericht hält Spiele-Verbot für verfassungswidrig und entscheidet zugunsten der PC-Spieler und Internetcafes

Das absolute Computer-Spieleverbot in Griechenland (der WebStandard berichtete) wurde nun von einem Gericht für verfassungswidrig erklärt. Das Gesetz Nummer 3037 sah aufgrund steigender Betrügereien mit Spiel-Automaten ein generelles Verbot von elektronischen Spielen, darunter auch auf Privat-PCs und Handys, vor. Für Rechtsbrecher drohten neben Geld- auch Gefängnis-Strafen.

In dubio pro homo ludens

Laut einem Bericht von BBC hatte ein griechisches Gericht eine Klage gegen zwei Internetcafe-Besitzer abgewiesen und damit das Gesetz zu Fall gebracht. Die beiden Angeklagten hatten trotz des geltenden Gesetzes in ihren Lokalen weiterhin Spiele auf den Computern installiert. Einige Kunden hatte daraufhin Schach und Counterstrike gespielt. Die Anzeige folgte auf dem Fuße. Daraufhin wurden die Besitzer sowie ein Angestellter verhaftet. Ihnen drohten drei Monate Haft und eine Geldstrafe in Höhe von rund 5000 Euro sowie der Verlust ihrer Geschäftslizenz. Im Zuge der Verhandlung versammelten sich über 300 Menschen vor dem Gerichtsgebäude und protestierten. Der Verband der Betreiber von Internet-Cafes war erfreut über das Urteil, da seit Inkrafttreten des Spiele-Verbots die Kundenzahlen dramatisch eingebrochen waren.(red)

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