Mindestens 16 Tote bei Attentaten in Jammu-Kaschmir

11. September 2002, 14:40
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Justizminister unter den Opfern - Militante Muslime unter Tatverdacht

Srinagar - Bei zwei Anschlägen mutmaßlicher islamischer Extremisten sind am Mittwoch im indischen Unionsland Jammu-Kaschmir 16 Menschen, darunter Landesjustizminister Mustaq Ahmad Lone, getötet worden. Nach Angaben der Polizei im Bezirk Kupwara griffen zwei bewaffnete Männer eine Wahlkampfveranstaltung Lones in dem Dorf Lalpora an. Lone, fünf indische Polizisten und ein Zivilist seien in einem Kugelhagel aus Schusswaffen und einer Explosion getötet worden. Lalpora war der Wahlkreis des Politikers der proindischen Partei der Nationalen Konferenz und liegt rund 110 Kilometer nördlich von Srinagar.

Militante islamische Gruppen haben vor der am Montag beginnenden Parlamentswahl in Jammu-Kaschmir ihre Angriffe auf Politiker verstärkt, die ihren Aufruf zum Wahlboykott nicht befolgen. Am vergangenen Freitag war ein Kandidat der indischen Partei Bahujan Samaj erschossen worden.

Bei einem Angriff auf eine Bushaltestelle in der Stadt Surankot wurden nach Angaben der Polizei mindestens neun Menschen getötet, darunter vier Soldaten der Grenztruppen und ein zwölfjähriger Junge. Auch hier wurden militante Muslime als Täter vermutet. Surankot liegt 200 Kilometer nordwestlich von Jammu.

Islamische Gruppen kämpfen in dem überwiegend von Muslimen bewohnten Himalaya-Gebiet für einen unabhängigen Staat oder den Anschluss an Pakistan. Seit 1989 sind in dem Konflikt mehr als 60.000 Menschen zum Opfer gefallen. Die beiden ehemaligen britischen Kolonien haben seit der Unabhängigkeit bereites zwei Kriege wegen Kaschmirs geführt. Auch in den vergangenen Monaten standen die beiden Atommächte mehrmals vor einem bewaffneten Konflikt.(APA/AP)

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