Weiterhin Explosionsgefahr nach Zugunglück in Deutschland

11. September 2002, 09:04
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Giftige Substanzen freigesetzt nach Güterzug-Kollision freigesetzt

Hannover - Auch mehr als einen Tag nach dem Zusammenstoß zweier Güterzüge im niedersächischen Bad Münder herrschte am Mittwoch am Unglücksort weiter Explosionsgefahr. Es sei noch nicht Entwarnung gegeben worden, sagte ein Bundesgrenzschutz-Mitarbeiter am frühen Mittwochmorgen. Die Aufräumarbeiten dauerten auch in der Nacht an. Bereits am Dienstag waren die unbeschädigten Waggons abgeschleppt worden. Über die Bergung der zerstörten Lokomotiven und Wagen will die Bahn am Mittwoch entscheiden. Erst nach der Bergung kann nach Angaben eines Bahnsprechers festgestellt werden, wie stark das Erdreich verseucht ist. Anrainer seien nicht gefährdet.

Die beiden Züge waren am Montagabend frontal zusammengestoßen. Dabei war ein Kesselwaggon mit der Krebs erregenden Chemikalie Epichlorhydrin explodiert und hatte hochgiftige Gase freigesetzt. Die beiden Züge befanden sich aus noch nicht bekannter Ursache zur gleichen Zeit auf einem Gleis. Ein zweites Gleis war zum Zeitpunkt des Unfalls nicht befahrbar. Ein Zug hätte warten müssen. "Warum das nicht geschehen ist, wird jetzt geklärt", sagte der Sprecher. Das Eisenbahn-Bundesamt ermittele. Die leicht verletzten Lokführer waren schon am Dienstag aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Bei dem Unfall waren mehrere Waggons entgleist und in Brand geraten. Eine dreiviertel Stunde später explodierte der Waggon mit der giftigen Chemikalie. Insgesamt wurden rund 20 Waggons beschädigt oder vollständig zerstört. Nach dem Unfall mussten rund 200 Anrainer vorsorglich ihre Häuser verlassen. (APA/dpa)

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