Kindesmissbrauch in den USA

11. September 2002, 10:40
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Derzeitige Videokonferenz in Wien gibt Aufschluss über staatliche Programme und Zahlen

Wien/Washington - Über die Aktivitäten der USA auf Bundesebene im Kampf gegen Kindesmissbrauch und - misshandlung gab am Dienstag Nachmittag der Assistant Secretary for Children and Families, Wade F. Horn, bei einer von Washington nach Wien übertragenen Videokonferenz Auskunft. Anlass für diese Initiative der US-Botschaft war die am Mittwoch, den 11. September beginnende 7. Konferenz der International Association for the Treatent of Sexual Offenders. Unter dem Motto "Sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt: Verstehen - Schützen - Vorbeugen" wird dieses Thema bis 14. September auf wissenschaftlicher Ebene im Wiener AKH diskutiert.

Zahl der Missbrauchsfälle in den USA

Wie Horn darstellte wurden im Jahr 2000 fast 900.000 Fälle von Kindesmissbrauch und Vernachlässigung registriert. Zehn Prozent davon entfielen auf sexuellen Missbrauch. Hier wird mit einer Häufigkeit von 1,7 Opfern pro 1.000 Mädchen und 0,4 in 1.000 Buben gerechnet.

"Finding Words"...

Beachtung verdient sicher das Projekt "Finding Words", bei dem Fachleute in einem fünftägigen Intensivprogramm in der Kunst geschult werden, Kinder rücksichtsvoll zu befragen und auf ihre Aussage vor Gericht vorzubereiten. Damit würden sich auch die Zahlen de Verurteilungen der Täter steigern lassen, unterstrich Horn. Eine Langzeitstudie beschäftigt sich wiederum damit, wie sich sexueller Missbrauch auf lange Sicht auf das Leben der Opfer auswirkt. Erst im März des kommenden Jahres wird das Ergebnis einer Untersuchung vorliegen, welche Präventionsmaßnahmen nach Ansicht von Hilfsorganisationen am erfolgreichsten sind.

Viel verspricht sich Horn auf jeden Fall von einem so genannten Guidebook for Parents, bei dem Eltern eine nach dem gesunden Menschenverstand ausgerichteten Art und Weise über Gefahren für ihre Kinder und Gegenmaßnahmen informiert werden. Als Beispiel nannte der Beamte den Umstand, dass viele Kids ihren Anschluss ans World Wide Web im eigenen Schlafzimmer haben und so viel leichter zum Opfer sexuellen Missbrauchs per Internet werden können. "Unser Ziel ist es, diesen Leitfaden allen Eltern zur Verfügung zu stellen." (APA)

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