Neuer deutscher Pleitenrekord

11. September 2002, 09:34
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Insgesamt 39.700 Insolvenzanträge gestellt

Wiesbaden - Die Zahl der Pleiten in Deutschland hat im ersten Halbjahr 2002 einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt wurden 39.700 Insolvenzanträge gestellt, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mit. Davon waren 18.500 Unternehmenspleiten und 9.900 Verbraucher-Insolvenzen. Die verbleibenden Fälle verteilen sich auf ehemalige Selbstständige mit einem größeren Gläubigerkreis, privat haftende Gesellschafter größerer Unternehmen sowie die so genannten Nachlassinsolvenzen. Bei den betroffenen Unternehmen waren nach Angaben der Statistiker 134.000 Arbeitnehmer beschäftigt. Die offenen Forderungen der Gläubiger beliefen sich auf insgesamt 24 Mrd. Euro.

Der starke Anstieg der Pleiten bei Einzelunternehmen, bei Angehörigen freier Berufe und natürlichen Personen ist der Behörde zufolge vor allem in einer Änderung des Insolvenzrechts Ende vergangenen Jahres begründet. Dabei wurde der Zeitraum bis zur möglichen Befreiung von Restschulden von sieben auf sechs Jahre verkürzt. Zudem können seit Dezember 2001 die Verfahrenskosten für mittellose Personen und Unternehmen gestundet werden.

Dies hat nach Angaben der Statistiker dazu geführt, dass viele Betroffene die Rechtsänderung abgewartet und erst in diesem Jahr einen Insolvenzantrag gestellt haben. Zum Vorjahreszeitraum vergleichbar seien deshalb nur die Insolvenzen bei Personen- und Kaptialgesellschaften. Diese stiegen um zehn Prozent auf 11.700 Fälle.(APA)

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