Wie die ÖsterreicherInnen verhüten

3. Oktober 2002, 10:47
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Studie: Pille nach wie vor am meisten verbreitet - Bereitschaft für die "Pille für den Mann" steigt

Wien - Empfängnisverhütung ist heute kein Kunststück mehr, das Angebot an Kontrazeptiva ist groß. Das beliebteste Verhütungsmittel ist nach wie vor die Pille. 38 Prozent der Österreicherinnen im gebärfähigen Alter (15 bis 45 Jahre) verwenden sie - weil sie die wichtigsten Kriterien erfüllt: 97 Prozent der Frauen erwarten von ihrem Verhütungsmittel vor allem, dass es sicher und zuverlässig, einfach anzuwenden und beim Sex nicht störend ist.

Das hat eine Erhebung des Fessel-GfK-Instituts ergeben, die am Dienstagabend bei einem Medienseminar in Wien präsentiert wurde. 500 Frauen sind zu ihrem Verhütungsverhalten befragt worden.

Beinah die Hälfte unzufrieden

45 Prozent der Pillenanwenderinnen sind laut Marktforschung nicht sehr zufrieden: 29 Prozent beklagten Nebenwirkungen, zum Beispiel Unverträglichkeit (13 Prozent), Gewichtsprobleme (sieben Prozent), Migräne oder Zwischenblutungen (je vier Prozent). Acht Prozent haben Probleme mit der Einnahmedisziplin.

Das Kondom ist mit 21 Prozent das am zweithäufigsten eingesetzte Verhütungsmittel. Die "Überzieher" sind allerdings 13 Prozent der Befragten zu unsicher, elf Prozent kritisierten Handhabungsprobleme, sechs Prozent der Frauen empfinden laut Studie mit Kondom "kein natürliches Gefühl".

"Aufpassen" wird nach wie vor praktiziert

Weitere praktizierte Verhütungsmethoden (Mehrfach-Nennungen waren möglich, Anm.): Nach Pille und Kondom rangiert schon das risikoreiche "Aufpassen" mit sieben Prozent an dritter Stelle, gefolgt von der Spirale und eigener Sterilisation (je sechs Prozent), hormonhältiger Spirale (fünf Prozent) sowie mit jeweils zwei Prozent Temperaturmethode und Dreimonatsspritze. Chemische Barrieremethoden, Hormonimplantate, Diaphragma und Sterilisation des Partners kommen auf jeweils ein Prozent Verbreitung. 13 Prozent gaben an, zum Zeitpunkt der Umfrage nicht zu verhüten.

Was die Zufriedenheit betrifft, erzielten in der Umfrage das Hormonimplantat und die hormonhältige Spirale die besten Werte. 90 Prozent beurteilten das Implantat als "sehr gut", 80 Prozent die Spirale.

Für Wechsel zu haben

Das Interesse an neuen Verhütungsmethoden ist laut Marktforschung groß: 15 Prozent der Frauen haben schon überlegt, zur Dreimonatsspritze zu wechseln, 14 Prozent haben die Hormonspirale in Erwägung gezogen, elf Prozent das Hormonimplantat. 33 Prozent der Frauen haben bereits einmal die Methode gewechselt, 18 Prozent zwei Mal, acht Prozent drei Mal und drei Prozent schon vier Mal. Für 58 Prozent der Patientinnen ist es "sehr wichtig", dass ihre ÄztIn über die neuesten Methoden Bescheid weiß.

Neu auf dem Sektor der hormonhaltigen Kontrazeptiva ist der Verhütungsring. Er wird wie ein Tampon eingeführt und bleibt drei Wochen in der Vagina.

Männer befürworten die "Pille für den Mann"

Die "Pille für den Mann" lässt noch auf sich warten, ihre Entwicklung wird aber von Frauen wie Männern befürwortet. Laut einer von der Fachzeitschrift "Human Reproduction" veröffentlichten internationalen Studie, für die 4.000 Männer und Frauen befragt wurden, wären zwei von drei Männern bereit, diese Methode zu verwenden. Ähnlich die Ergebnisse des Linzer Meinungsforschungsinstituts "market": 72 Prozent von 400 Befragten waren der Ansicht, dass in diese Richtung weitergeforscht werden sollte. Männer zeigten zu 46 Prozent Bereitschaft, sich auf die "Pille für den Mann" zu verlassen, Frauen zu 41 Prozent. (APA)

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    Nach wie vor die Nummer eins bei den Verhütungsmitteln: Die Pille
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