FPÖ: Rund 100 Parteiaustritte in Oberösterreich

11. September 2002, 18:06
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Günther Steinkellner als "neuer Mann" an der Spitze?

Linz - Erstmals liegt jetzt aus Oberösterreich eine Zahl über die Austritte aus der FPÖ nach den jüngsten Ereignissen vor: Wie eine Umfrage der APA bei den FPÖ-Bezirksgruppen ergaben, traten insgesamt rund 100 FPÖ-Mitglieder in den vergangenen Tagen aus der Partei aus. Wobei sich die Situation bezirksweise recht unterschiedlich darstellt. Zahlen liegen vom Großteil der Bezirke vor. Inzwischen zeichnet sich auch immer deutlicher ab, dass - zumindest aus der Sicht der Achatz-Kritiker - der "neue Mann" an der Spitze der oberösterreichischen FPÖ der derzeitige Landtagsklubobmann Günther Steinkellner sein könnte.

Die vergleichsweise meisten Parteiaustritte - nämlich rund 30 - werden aus dem Bezirk Ried im Innkreis gemeldet, dem Heimatbezirk von Hans Achatz, zugleich ist dort aber mit dem Nationalratsabgeordneten Alois Pumberger einer der schärfsten Achatz-Kritiker Bezirksobmann. Die FP-Bezirksgruppe Vöcklabruck meldete 20 Austritte, Schärding 18, Braunau und Steyr-Stadt jeweils zehn. In Linz-Stadt verließ nur ein FPÖ-Mitglied die Partei, in Wels-Stadt gab es überhaupt keinen Austritt. Ebenso null Austritte meldeten die Bezirksgruppen von Linz-Land, Urfahr-Umgebung und Wels-Land. Die übrigen Bezirke hatten zwischen einem und sechs Parteiaustritte hinzunehmen. Aus den Bezirksgruppen Gmunden und Steyr-Land wurden keine Zahlen über allfällige Parteiaustritte genannt.

In der FPÖ-Landesparteizentrale hofft man darauf, dass es in Gesprächen möglich sein werde, zumindest einen Teil der Austritte wieder rückgängig zu machen. "Jeder Austritt tut uns weh", so ein Parteisprecher, "insgesamt sind die Austrittszahlen aber nicht dramatisch". Vor allem wenn man sie in Beziehung zur Gesamtzahl der FPÖ-Mitglieder in Oberösterreich stelle. Wobei diese Mitgliederzahl aber nicht veröffentlicht wird.

Achatz-Kritiker Pumberger wiederholte am Mittwoch die Aufforderung an Achatz, dieser solle von sich aus zurücktreten, "und zwar noch vor dem außerordentlichen Landesparteitag". Dieser ist für den 27. Oktober anberaumt. Wenn Achatz jetzt zurücktrete, dann sollte Klubobmann Günther Steinkellner bis zum Landesparteitag geschäftsführender FPÖ-Obmann in Oberösterreich werden. Auch beim Landesparteitag sehe er Steinkellner als einen der "Favoriten" für die Achatz-Nachfolge, sagte Pumberger.

Steinkellner erklärte dazu am Mittwoch: "Ich würde das Amt des Landesparteiobmannes nur auf Wunsch von Hans Achatz übernehmen". Beim Parteitag gegen Achatz zu kandidieren, das käme für ihn nicht in Frage, sagte Steinkellner.

Steinkellner wurde am 20. Jänner 1962 geboren, er ist Magister der Rechtswissenschaften, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Seit 1991 gehört er für die FPÖ dem oberösterreichischen Landtag an, 1996 wurde er freiheitlicher Klubobmann. (APA)

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