Luftabwehrraketen rund um Washington

11. September 2002, 06:26
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14 diplomatische Vertretungen in Asien und Nahost bleiben geschlossen

Washington/Paris - Am Vorabend des Jahrestags der Anschläge vom 11. September hat das US-Verteidigungsministerium Luftabwehrraketen rund um die Hauptstadt Washington stationieren lassen. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld habe angeordnet, noch am Dienstag alle Raketenabschussrampen rund um die Hauptstadt mit Boden-Luft-Raketen zu bestücken, teilte das Pentagon mit. Den Angaben zufolge werden wärmegelenkte Stinger-Raketen auf Militärfahrzeugen sowie das Lenk- und Einsatzsystem "Avenger" verwendet.

Cheney an geheimen Ort verfrachtet

Zugleich versuchte das Verteidigungsministerium zu beruhigen: "Das ist keine Reaktion auf eine spezielle Gefahr. Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, um die Luftabwehrsituation der Region um die Hauptstadt zu verbessern." Aus Sorge vor Anschlägen zum Jahrestag des 11. September hatte die US-Regierung bereits zuvor die zweithöchste Alarmstufe ausgerufen. Vizepräsident Dick Cheney wurde an einen geheimen Ort gebracht und die Bürger zu äußerster Wachsamkeit aufgerufen. Atomkraftwerke, Flughäfen und andere öffentliche Gebäude der USA wurden verstärkt bewacht.

Bereits seit Freitag wird der Luftraum über den wichtigsten US-Großstädten verstärkt überwacht. Die Luftfahrtbehörde FAA sperrte für Mittwoch den Luftraum über New York, Washington und Somerset bei Shanksville im Bundesstaat Pennsylvania - den drei Schauplätzen der Terroranschläge vor einem Jahr. Jagdbomber und Hubschrauber sollten den Luftraum kontrollieren. Insgesamt 14 Botschaften und Konsulate in Asien und dem Nahen Osten sollen am Mittwoch geschlossen blieben. Für alle ausländischen Vertretungen wurden verstärkte Sicherheitsmaßnahmen angeordnet.

Lichtsäulen in Paris

In Paris erhellten am Dienstagabend zur Erinnerung an die Terroranschläge in den USA vor einem Jahr zwei Lichtsäulen den Himmel über der französischen Hauptstadt. Die großen Scheinwerfer stehen in der Nähe des Rathauses. Sie sollten auch am Mittwochabend wieder erstrahlen. Dies sei eine Geste der Pariser an die Bevölkerung von New York und ein Zeichen für die Soldidarität und die gemeinsamen Werte, hieß es in einer Erklärung des Rathauses.

Die Anschläge des 11. September wurde nach einem Bericht des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera in Hamburg geplant. "Das war die Küche, wo der 11. September ausgeheckt wurde", sagte ein Reporter des Senders, Yosri Fuda, am Dienstagabend dem ZDF unter Hinweis auf die Wohnung der mutmaßlichen Attentäter in der Hamburger Marienstraße 54. Fuda hat eigenen Angaben zufolge vor kurzem ein Interview mit dem Chef des Militärausschusses der Terrororganisation Al Kaida geführt, zu der die Attentäter gehört haben sollen. (APA/AFP/Reuters/AP)

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