Nicaraguanische Bauern starten Hungermarsch auf die Haupstadt

10. September 2002, 23:02
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In vergangenen Wochen mindestens 15 Menschen verhungert

Managua - Mehrere hundert Bauern sind am Dienstag im Norden Nicaraguas zu einem Protestmarsch in die Hauptstadt Managua aufgebrochen. Die arbeitslosen früheren Kaffeepflücker fordern von der Regierung des mittelamerikanischen Landes Hilfe für ihre hungernden Familien. Angaben von Menschenrechtsorganisationen zufolge sind in den vergangenen Wochen in der nördlichen Provinz Matagalpa mindestens 15 Menschen verhungert.

Wegen des weltweiten Verfalls der Kaffeepreise, der viele Farmen in den Konkurs trieb, haben im Norden Nicaraguas schätzungsweise 50.000 Landarbeiter ihre Arbeit verloren. Seit drei Monaten harren ungefähr 5.000 Menschen in provisorischen Camps an den Landstraßen aus und betteln um Nahrung. Am Dienstag blockierten sie zeitweise auch die Panamericana-Fernstraße. Nicaraguas Innenminister Arturo Harding sagte, dass die Regierung Straßenblockaden nicht hinnehmen, die Demonstrationen aber ansonsten gewähren lassen werde. (APA/dpa)

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