Bush: Nicht allein auf Bin Laden konzentrieren

11. September 2002, 06:34
2 Postings

"Wenn er tot ist, wird ihn jemand ersetzten, deswegen El-Kaida-Netzwerk zerstören" - "Wahrer Islam ist nicht der Feind"

Washington - US-Präsident George W. Bush hat über das Schicksal des mutmaßlichen Terrordrahtziehers Osama bin Laden keine Informationen. In einem am Dienstag im Voraus veröffentlichten Interview mit dem Fernsehsender CBS sagte Bush: "Ich weiß nicht, ob Osama bin Laden tot ist oder lebt. Ich weiß das nicht." Bush warnte aber davor, sich im Kampf gegen den Terrorismus allein auf Bin Laden zu konzentrieren: "Wenn er tot wäre, wird ihn irgendjemand ersetzen. Und wir werden diese Person finden. Langsam, aber sicher werden wir das El-Kaida-Netzwerk zerstören."

Die USA machen Bin Laden und seine Terrororganisation für die Anschläge vom 11. September 2001 verantwortlich. Seit einem Jahr versuchen sie, seiner habhaft zu werden, "tot oder lebendig", wie das Bush einmal formuliert hat. Allerdings ist bis heute unbekannt, ob Bin Laden bei den Luftangriffen auf Afghanistan getötet wurde oder entkommen konnte. Das CBS-Interview mit Bush wird am Mittwochabend (Donnerstag, 02.00 Uhr MESZ) ausgestrahlt.

Neues Band

Der arabische Sender Al Jazeera strahlte zum Jahrestag der Terroranschläge ein neues Band aus, auf die Stimme Bin Ladens zu hören sein soll. Dabei bezeichnet er die Selbstmordattentäter als Männer, "die den Lauf der Geschichte verändert" hätten. Das Band wird derzeit von Experten des Weißen Hauses analysiert. Nach Angaben eines Sprechers des Nationalen Sicherheitsrats geben die Aufzeichnungen keinen Aufschluss darüber, ob Bin Laden noch am Leben ist.

Kurz vor dem ersten Jahrestag der Terrorangriffe des 11. September hatte US-Präsident George W. Bush hervorgehoben, dass der Islam nicht der Feind der USA sei. "Alle Amerikaner müssen eingestehen, dass der Terror nicht das wahre Gesicht des Islam ist", sagte Bush am Dienstag in der afghanischen Botschaft in Washington. "Islam ist ein Glaube, der Milliarden Menschen in aller Welt Trost bringt. Es ist ein Glaube, der sich auf Liebe stützt, nicht Hass." Im Gedenken an die Opfer des 11. September müssten die Amerikaner sich daran erinnern, "dass unser Feind ein radikales Netz von Terroristen, nicht eine Religion ist". (APA/Reuters/AFP)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.