Lehr-Hühner gesucht

11. September 2002, 09:00
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Küken lernen neue Verhaltensweisen rascher, wenn sie von erfahrenen Tieren unterrichtet werden - Hähne taugen nicht

Wien - Dass auch Tiere lernen können, ist nichts neues. Wie Wissenschafter der University of Bristol (Großbritannien) herausfanden, ist Lernen bei jungen Hühnern mehr als nur bloßes Nachmachen, offenbar müssen auch die Alten als Lehrer mitspielen. Dementsprechend gibt es auch gute Lehrer - Hennen, die selbst Junge haben - und schlechte - nämlich Hähne.

Christine Nicol von der University of Bristol untersuchte, wie Hühner Information über Futter erhalten, wie sie neue Verhaltensweisen und Fähigkeiten erwerben und wie sie auf Fehler ihrer Küken reagieren. Es zeigte sich, dass die Küken neue Verhaltensweisen rascher lernen und besser ausführen, wenn sie von erfahrenen Tieren unterrichtet werden. Lernen nur durch Zuschauen und ohne Rückmeldung von solchen Demonstratoren ("individuelles Lernen") funktionierte weniger effektiv.

Auch zeigte sich, dass weibliche Küken von in der Hackordnung hoch gereihten Hennen schneller lernen als etwa von Hähnen. Auch wenn prinzipiell alle Hühner das Zeug zum Schüler haben, eigenen sich nur Mutter-Hennen zu wirklich guten Lehrern; nur sie bringen Ordnung in ihre Klasse von Küken und reagieren flexibel auf Fehler ihrer Schützlinge. Die britischen Wissenschafter betonen, dass ihre Erkenntnisse nicht zuletzt für die Hühnerhaltung von Bedeutung wären. Etwa durch geschickten Einsatz von Lehr-Hühnern könnten unerwünschte Verhaltensweisen wie gegenseitiges Federpicken eliminiert werden. (APA)

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