Fatah soll Gewaltverzicht planen

10. September 2002, 19:17
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Arabischem Israeli wurde Staatsbürgerschaft aberkannt

Jerusalem/Ramallah - Die Fatah von Palästinenserchef Yassir Arafat soll Meldungen von Ha'aretz zufolge kurz davor stehen, eine Initiative zur Einstellung von Attacken gegen israelische Zivilisten zu verkünden. Die israelische Tageszeitung, der ein Entwurf einer Erklärung vorliegt, spricht in ihrem Bericht von "ein paar Stunden oder Tagen" bis zur Verkündung des Beschlusses.

"In Übereinstimmung mit den höheren Interessen des palästinensischen Volkes, mit unseren moralischen Werten (...) weisen wir, die Fatah, alle Angriffe auf israelische Zivilisten zurück und werden sie verhindern", soll es in der Erklärung heißen. Der Gewaltverzicht, der auch für die Al-Aksa-Brigaden gelten würde, bezieht sich jedoch nicht auf die israelische Armee.

Am Dienstag hieß es auch, dass neue Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern unmittelbar bevorstünden. Überschattet werden die Anzeichen einer Entspannung von der erstmaligen Aberkennung der Staatsbürgerschaft eines israelischen Arabers wegen mutmaßlicher Beteiligung an Terrorismus. Israelische Menschenrechtsorganisationen laufen gegen die Entscheidung Sturm, die eine offene Diskriminierung arabischer israelischer Bürger darstelle. Wenn schon, müsste auch den jüdischen Bürgern Israels, die in Terrorismus gegen Palästinenser verwickelt sind, die Staatszugehörigkeit aberkannt werden. (DER STANDARD, Printausgabe, 11.9.2002)

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