UMTS-Betreiber dürfen kooperieren

10. September 2002, 19:25
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EU-Kommission zeigt sich großzügig

Brüssel - Die EU-Kommission will UMTS-Mobilfunkbetreibern eine teilweise Kooperation beim Aufbau ihrer neuen Netze erlauben. In einer vorläufigen Stellungnahme, die am Dienstag veröffentlicht wurde, erklärte die Brüsseler Behörde, die gemeinsame Nutzung von Netzkomponenten für nicht wettbewerbswidrig.

Die Wettbewerbshüter unter Kommissar Mario Monti haben über Freistellungsanträge des deutschen Betreibers T-Mobile und der britischen MMO2 zu entscheiden, die auf dem deutschen und dem britischen Markt kooperieren. Sie wollen sich nach dem teuren Erwerb der UMTS-Lizenzen beim Aufbau der Netze so weit wie möglich doppelte Infrastrukturen sparen.

Unbedenklich

Aus Sicht der Monti-Behörde ist das in bestimmten Grenzen für den Wettbewerb unbedenklich, weil die Kooperation einen rascheren Netzaufbau erlaubt - und dadurch im Endeffekt die Konkurrenz bei den Mobilfunkangeboten wieder stärkt. Zudem betont die EU-Kommission, dass die geringere Umweltbelastung durch weniger Funkeinrichtungen mögliche Wettbewerbsrisiken wettmachten.

Die Brüsseler Behörde erlaubt folgende Vereinbarungen: Die Standortmitbenutzung, die gemeinsame Nutzung des Funkzugangsnetzes - also von Basisstationen, Antennen und Steuereinrichtungen - sowie die gegenseitige Bereitstellung von nationalen Roaming-Diensten.

Im Februar hatte die österreichische Telekom Control Kommission in einem Positionspapier nur eine recht eingeschränkte Kooperation der künftigen UMTS-Betreiber für zulässig gehalten. Eine Monti-Sprecherin betonte auf Frage des STANDARD aber, dass Entscheidungen im UMTS-Bereich mit den nationalen Regulierern abgestimmt würden. (Jörg Wojahn, DER STANDARD, Printausgabe 11.9.2002)

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