Rüge für Italien

10. September 2002, 22:35
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IWF ruft zu stärkerem Einsatz gegen Defizit auf

Rom - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Italien zu einem stärkeren Einsatz zur Defizitbekämpfung aufgerufen. Dies geht aus dem World Economic Outlook über die wirtschaftliche Lage in Italien hervor, den italienische Medien am Dienstag auszugsweise veröffentlicht haben. Italien werde sich stärker bemühen müssen, um das Defizit bis 2005 (und nicht bis 2003 wie im Maastricht-Vertrag enthalten) zu drücken, hieß es im Bericht.

Laut den Experten in Washington wird die italienische Wirtschaft bis Jahresende stärker als im ersten Halbjahr wachsen, das Bruttoinlandsprodukt werde jedoch auch 2003 unter den Prognosen liegen. Italien und Deutschland zählen zu den EU-Ländern mit dem niedrigsten Konsum. In Frankreich sei der Konsum stärker, was vor allem den Arbeitsmarktreformen zu verdanken sei, die den Beschäftigungsmarkt in den vergangenen Jahren belebt haben.

Schwieriger Kampf gegen Defizit

Die Regierung von Silvio Berlusconi stößt auf zunehmende Schwierigkeiten im Kampf gegen das Defizit. Für einen Eklat sorgten am Dienstag die jüngsten Angaben über die Verschuldung der öffentlichen Verwaltung, die im Juni auf das Rekordhoch von 1.386,6 Milliarden Euro geklettert ist. Im Mai waren es noch 1.385,8 Milliarden Euro gewesen. Die Verschuldung der öffentlichen Verwaltung stieg im ersten Halbjahr 2002 um 3,29 Prozent gegenüber der Vergleichszeitraums 2001.

Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte am Montag versichert, dass er an den Kriterien des Stabilitätspakts festhalten werde. "Eventuell könnte man an eine Verschiebung des Zeitpunkts denken, bis zu dem das Defizit auf Null gedrückt werden soll", sagte Berlusconi. (APA)

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