Schröder: Nein zu Irak-Krieg gilt auch nach der Wahl

10. September 2002, 13:51
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Iraks Vizepräsident: Bei Intervention US-Einrichtungen angreifen

Berlin/Hamburg - Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder hat ausgeschlossen, dass er seine ablehnende Haltung zu einer deutschen Beteiligung an einem Krieg gegen den Irak nach der Wahl ändern könnte. In einem am Dienstag im Voraus veröffentlichten Interview des Hamburger Magazins "Stern" sagte Schröder, unter seiner Führung werde sich Deutschland an einer militärischen Intervention im Irak nicht beteiligen. "Das gilt vor der Wahl, das wird auch nach der Wahl so bleiben", zitierte das Blatt den Kanzler.

Auf die Frage, wie Massenvernichtungswaffen Iraks zu begegnen sei, wenn nicht mit Androhung militärischer Gewalt, antwortete Schröder: "Wir unterstützen die Politik der UN und ihres Generalsekretärs mit dem Ziel, die Inspektoren wieder ins Land zu lassen. Den Strategiewechsel, dieses Ziel mit der Eliminierung des Systems zu verbinden, habe nicht ich zu verantworten."

Den Vorwurf einer deutschen Isolierung in Europa wies Schröder zurück. Es gebe zwar einige EU-Regierungen, die erklärt hätten, dass sie bei einem UN-Mandat an einem Irak-Krieg teilnehmen würden. Andere hätten das aber nicht getan. Von Isolierung könne also keine Rede sein. Offen ließ der Kanzler die Frage, ob die USA bei einer Intervention in Irak ihre Luftwaffenstützpunkte in Deutschland nutzen könnten und Überflugrechte bekämen. "Diese Frage wird entschieden, wenn sie sich stellt", sagte er.

Der irakische Vizepräsident Taha Yassin Ramadan rief die Araber unterdessen dazu auf, im Falle einer Intervention im Irak die "Interessen" der USA anzugreifen. "Wir rufen die Araber auf, die materiellen und menschlichen Interessen der Angreifer zu bekämpfen, wo immer sie sind", sagte Ramadan auf einer Pressekonferenz in der jordanischen Hauptstadt Amman, wo er mit König Abdullah zusammengekommen war.(APA/AP)

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