UNO-Inspektor bittet Staaten um Informationen über Rüstung des Irak

10. September 2002, 13:51
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Inspektionen im Irak würden mindestens ein Jahr dauern

New York - Der UNO-Chefwaffeninspektor Hans Blix hat alle Regierungen gebeten, ihnen vorliegende Angaben über Aufrüstungsbemühungen des Irak seiner Kontrollkommission (UNMOVIC) zur Verfügung zu stellen. "Alle Staaten mit solchen Informationen werden ermutigt, die UNMOVIC bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen", erklärte Blix in seinem jüngsten Bericht an den Weltsicherheitsrat. Der Chefwaffeninspektor sollte den Sicherheitsrat am Dienstag über die Vorbereitungen für eine erneute Suche nach Massenvernichtungswaffen im Irak durch UNO-Spezialisten unterrichten.

Dafür halten sich nach Angaben von Blix derzeit 63 Fachleute aus 27 Ländern bereit. Die UNMOVIC könnte bei einer Wiederaufnahme der Kontrollen zusätzlich 220 weitere Experten aus 44 Staaten für Inspektionen und die Auswertung gesammelter Daten mobilisieren, wie aus dem Bericht hervorgeht. Gründliche Inspektionen im Irak würden mindestens ein Jahr dauern, heißt es darin.

Der Irak hat in letzter Zeit mehrfach die Bereitschaft signalisiert, die 1998 vor militärischen Strafaktionen der USA und Großbritanniens abgezogenen UNO-Inspektoren wieder einreisen zu lassen. Bagdad knüpft dies jedoch an eine Reihe von organisatorisch-technischen Vorbedingungen, mit denen nach Auffassung westlicher UNO-Diplomaten die Kontrollen so lange wie möglich hinausgezögert werden sollen.(APA/dpa)

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    foto: epa/bertil ericson
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