Nestroy-Preis 2002: Nominierungen bekannt

10. September 2002, 19:09
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Beste Aufführung nicht aus Österreich - Jury ehrt Peymann für Lebenswerk

Wien - Der "Nestroy" für die beste deutschsprachige Aufführung wird bei der diesjährigen, dritten Verleihung des "Ersten Wiener Theaterpreises" nicht an eine österreichische Produktion gehen. Nominiert sind in dieser Kategorie, in der erstmals die Kritiker-Jury selbst und nicht die Nestroy-Akademie den Preisträger bestimmt, Jossi Wielers Inszenierung von "Alkestis" an den Münchner Kammerspielen, Christoph Marthalers "Die schöne Müllerin" (Schauspielhaus Zürich) und Michael Thalheimers "Emilia Galotti"-Inszenierung am Deutschen Theater Berlin.

"Push up 1-3" als bestes Stück

Neben den Nominierungen in den weiteren Kategorien wurden am Dienstag in Wien von ORF-Generaldirektorin Monika Lindner, dem Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) und der Jury-Vorsitzenden Karin Kathrein auch die Preisträger in der Kategorie "Beste Off-Produktion" und "Bestes Stück" bekannt gegeben.

Der Autorenpreis für das beste Stück geht an Roland Schimmelpfennig für "Push up 1-3". Als beste Off-Produktion wird "LKH - Eine Theaterserie" des Grazer Theaters im Bahnhof ausgezeichnet, die 2003 auch als neues Comedyprojekt im ORF zu sehen sein wird, wie ORF-Programmdirektor Reinhard Scolik ankündigte. Mit dem "Nestroy" für das Lebenswerk wird der ehemalige Burgtheaterdirektor Claus Peymann ausgezeichnet.

Erstmals wird ein "Spezialpreis" besondere Leistungen im Theaterbereich würdigen, die nicht in die herkömmlichen Kategorien fallen. Nominiert sind das Theater im Rabenhof für das provokante und publikumswirksame Programm, Christian Suchy für "Dackel Taube Kellerassel", eine Bilanz seiner bisherigen Arbeit abseits der herkömmlichen Theaterstrukturen, und Bert Wrede für die Bühnenmusik zu "Letzter Aufruf" und "Edward II.".

Hinter den Kulissen und davor

Für die Beste Regie sind Andrea Breth ("Maria Stuart" am Burgtheater und "Das weite Land" bei den Salzburger Festspielen), Barrie Kosky ("Medea" am Schauspielhaus) und Michael Schottenberg ("Der Talisman" im Volkstheater) nominiert, bester Schauspieler könnten Sven-Eric Bechtolf als Hofreiter im Salzburger "Weiten Land", Karlheinz Hackl als Herr von Lips im "Zerrissenen" oder Gert Voss als Herrenstein in "Elisabeth II" von Thomas Bernhard werden.

Als beste Schauspielerin sind Corinna Kirchhoff als Maria Stuart und Elisabeth Orth als Elisabeth (beide in "Maria Stuart" am Burgtheater) sowie Ulli Maier als Agathe in "Der Mann ohne Eigenschaften" in der Josefstadt nominiert. Olaf Altmann ("Edward II."), Igor Bauersima und Georg Lendorff ("Das Maß der Dinge") sowie Martin Zehetgruber ("Letzter Aufruf") sind für die beste Ausstattung nominiert.

Für die beste Nebenrolle wurden Sylvie Rohrer ("Der Narr und seine Frau heute Abend in Pancomedia", Burgtheater), Anna Franziska Srna als Marie im Volkstheater-"Woyzeck" und Werner Wölbern ("Das weite Land", Salzburger Festspiele), als bester Nachwuchs Raphael von Bargen ("Phaidras Liebe" im Volkstheater-Forum U3), Susanna Schaefer (Ronja in "Ronja, Räubertochter", Theater der Jugend) und Johanna Wokalek ("Der Narr..." und die bisherige Arbeit am Burgtheater) vorgeschlagen.

Die "Nestroy"-Gala findet am 12. Oktober im Theater an der Wien statt und wird zeitversetzt in ORF 2 übertragen. (APA)

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