UNO nimmt Schweiz als 190. Mitglied auf

11. September 2002, 06:20
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Kofi Annan: Wir haben lange auf die Schweiz gewartet

New York - Die Schweiz ist zu Beginn der UNO-Vollversammlung als 190. Mitglied in die Vereinten Nationen aufgenommen worden. In einer feierlichen Zeremonie wurde am Dienstag nach dem Aufnahmebeschluss die Schweizer Flagge vor dem UNO-Gebäude in New York aufgezogen. Die Schweiz wurde auf Antrag des französischen Außenministers Dominique Villepin per Akklamation aufgenommen. Die Schweiz verkörpere die Werte, für die die UNO stehe, sagte Villepin. Nun könne sie in die Organisation all jene Qualitäten einbringen, die sie in langer Tradition bewiesen habe.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan sagte: "Die Schweizer sind da. Wir haben lange Zeit auf sie gewartet." Der Beitritt folgt dem Ergebnis einer Volksabstimmung im März, in der sich die Mehrheit der Schweizer für den UNO-Beitritt ausgesprochen hatten. Bundespräsident Kaspar Villinger sagte, die Neutralität sei für die Schweiz von großer Bedeutung. Sie sei aber auch kein Selbstzweck. Die Schweiz schließe nicht die Augen vor Ungerechtigkeit und Armut. "Es hat niemals und wird niemals Neutralität geben, wenn es um terroristische oder verbrecherische Taten geht."

Schweizer Außenminister Deiss: "Jetzt nicht stolz werden"

Der Schweizer Außenminister Deiss sagte vor Journalisten, das große positive Echo sei für die Schweiz auch eine Verpflichtung. Die Schweiz dürfe nach so viel Lob jetzt nicht zu stolz werden. Deiss freute sich, "jetzt unter der Kuppel und nicht mehr am Rand" sitzen zu dürfen. Die großen Erwartungen, die in die Schweiz gesetzt werden, dürften nicht enttäuscht werden.

Die Schweiz war 54 Jahre nur Beobachter in der UNO. In Genf befindet sich einer der drei Hauptsitze der Weltorganisation. In zahlreichen Auftritten vor den Medien und in Reden erläuterten Deiss und Villiger die Prioritäten ihres Landes als UNO-Vollmitglied. Dazu gehören die Friedensförderung, die Menschenrechte und der Kampf gegen die Armut.

Als Einstandsgeschenk brachte die Schweiz die Zusage mit, die Renovierung der Empfangsräume am Hauptsitz in New York zu finanzieren. Noch in diesem Monat will die UNO Osttimor als 191. Mitglied aufnehmen. (APA/sda/AP/Reuters)

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