Schlechte Aussichten für Chipindustrie

10. September 2002, 13:01
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Studie: Auch nach Halbleiterkise fällt Wachstum nicht zweistellig aus

StHamburg - Die Chipbranche wird einer Studie zufolge auch nach dem Ende der aktuellen Halbleiterkrise künftig nicht mehr so stark wachsen wie zuvor. Langfristig werde die Aufwärtsdynamik der Chipindustrie nur noch im Tempo der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und nicht mehr wie zuvor zweistellig wachsen, hieß es in einer am Dienstag vorgelegten gemeinsamen Studie von SES Research, der Fleischhacker-Wertpapierhandelsbank und Schlöter, Reidock & Herntrich. Vielmehr werde ein zweistelliges Wachstum künftig ein Ausnahmephänomen sein, das auf einzelne Perioden und bestimmte Produktgruppen beschränkt bleiben werde.

Trendwende erst 2003

Im laufenden Jahr werde sich die Auftragslage in der Branche noch nicht entscheidend verbessern, hieß es in der Studie weiter. Die Unsicherheit auf den Technologiemärkten veranlasse die Chip-Kunden zu einer extrem abwartenden Haltung, weswegen die Trendwende erst für das erste Halbjahr 2003 gesehen werde. Impulsgeber dafür könne das Einsetzen des längst fälligen Ersatzzyklus beim PC sein.

Unter den großen deutschen Komponentenherstellern haben der Studie zufolge Infineon und Epcos als Marktführer in einem bedeutenden Teil ihrer Produkte ihre Wettbewerbsposition gestärkt. Trotzdem werde Infineon angesichts des reduzierten Unternehmens- und Branchenausblicks mit "Underperformer" bewertet. Dagegen traue der Markt dem Konkurrenten Epcos zu wenig zu, erklärten die Analysten. Im Aktienkurs sei nicht berücksichtigt, dass die Firma ab 2003 wieder einen langfristig positiven Cash-Flow generieren werde.

Eher skeptisch sehen die Experten die Entwicklung bei der württembergischen Dialog Semiconductor. Die Absatzdynamik der bisherigen Schwerpunktprodukte bei Dialog werde sich nicht erholen, die Firma werde eine längere Übergangszeit bis zu neuen Höhenflügen benötigen. Der am Neuen Markt gelistete Halbleiterhersteller Elmos werde hingegen als eindeutig günstig bewertet angesehen. Das Unternehmen sei von der Branchenkrise nur am Rande betroffen. (APA/Reuters)

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    300-Millimeter-Wafer der Infineon Technologies AG

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