Kult der achtziger Jahre

10. September 2002, 12:57
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Zwei Ausstellungen in Wien und Krems zur Richtung des Memphis-Design

Wien/Krems - Zwei Ausstellungen lassen derzeit eine der wichtigsten Designergruppen des vergangenen Jahrzehnte wieder aufleben: Memphis, ein vom Italiener Ettore Sottsass Anfang der achtziger Jahre initiierter Zusammenschluss junger Designer, steht im Mittelpunkt einer Schau in der Kunsthalle Krems und ist im Rahmen einer von Kuratorin Lilli Hollein zusammengetragenen Ausstellung in der Wiener "Designzone Looshaus" gewürdigt.

Hans Hollein, Arata Isozaki, Alessandro Mendini oder Matteo Thun - viele der damaligen Gruppen-Mitglieder haben heute einen klingenden Namen. Als Gruppe, die mit Traditionen brechen und dem Funktionalismus etwas entgegen setzen wollte, präsentierte sich Memphis-Design erstmals im Herbst 1981. Eine wahre Explosion der Farben und Formen, der Materialkombinationen und der Anleihen bei Kunstgeschichte und Ethnologie war die Folge. Auch wenn die Gruppe nur bis 1988 zusammen blieb, war ihr Einfluss auf den Designnachwuchs wie auf den einfachen Möbelkäufer doch beträchtlich.

Im Wiener Looshaus sind rund 60 Objekte, Poster und Originalzeichnungen zu sehen - ein grell-bunter Überblick, in dem die Sottsass-Klassiker "Carlton" und "Casablanca" ebenso zu sehen sind wie der Toilettetisch "Plaza" des amerikanischen Architekten Michael Graves oder der Barschrank "Cipriani" von Alessandro Mendini. Als Ergänzung dazu zeigt die Kunsthalle Krems, wohin sich die einstigen Memphis-Mitglieder in den vergangenen 20 Jahren entwickelt haben. (APA)

Link

kunsthalle.at

Service

"MEMPHIS - Kunst/Kitsch/Kult Eine Designbewegung verändert die Welt" in der Designzone Looshaus, Wien 1, Herrengasse 2-4. Bis 19. Oktober, Mo bis Sa 10-18 Uhr, Do bis 20 Uhr; "MEMPHIS - 21 Jahre nach der Designrevolution" in der Kunsthalle Krems, Bis 29. September, tgl. 10-18 Uhr
  • Bild nicht mehr verfügbar

    'Carlton Bücherregal' von Ettore Sottsass

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