Österreich bekommt sechsten Mobilfunkanbieter

10. September 2002, 11:52
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Mit der Nummer 0660 startet Hutchison Whampoa im nächsten Jahr Netz der dritten Generation in Wien, Linz, Graz

Wien - Der internationale Telekom-Konzern Hutchison Whampoa (Hongkong) wird in Österreich mit der Telekom Austria-Tochter Mobilkom kooperieren. Das Unternehmen, das bereits über eine österreichische UMTS-Lizenz verfügt, baut derzeit ein Mobilfunknetz der dritten Generation in Wien, Linz und Graz. Außerhalb dieser Gebiete wird Hutchison über das Netze der Mobilkom GSM- und GPRS-Mobilfunk anbieten und damit von Beginn an eine Netzabdeckung von 98 Prozent erreichen. Die entsprechenden Verträge haben Hutchison und Mobilkom am Dienstag unterzeichnet, teilten beide Unternehmen am Dienstag mit.

Die Pläne für den Start von Hutchison für Österreich werden damit konkret. Die Marke wurde mit "3", die Vorwahl mit "0660" bereits festgelegt. Gestartet allerdings voraussichtlich erst im zweiten Quartal 2003, hieß es aus Unternehmenskreisen am Dienstag zur APA. Hutchison ist dann bereits der sechste Mobilfunkanbieter am Markt: Neben Mobilkom, T-Mobile (vormals max.mobil), One und tele.ring will heuer unter "0688" auch der Festnetzanbieter Tele2 über die Netze von One Mobilfunk anbieten.

"National Roaming"-Vertrag

Der Vertrag von Hutchison und Mobilkom - im Fachjargon "National Roaming"-Vertrag genannt - läuft über mehrere Jahre, wie lange wollten die Vertragspartner nicht verraten - nur dass die Mobilkom länger gebunden ist, als Hutchison. Auch die Summe, die Hutchison für das Einmieten ins Mobilkomnetz zahlt, wollten beide Partner nicht beziffern. "Der Vertrag ist aber auf jeden Fall für beide vorteilhaft", heißt es aus Hutchison-Reihen. Insgesamt investiert Hutchison in den Österreich-Einstieg dem Vernehmen nach zwischen 800 und 900 Mill. Euro.

Das Ziel, einen "National Roaming" Vertrag abzuschließen, verfolgte Hutchison 3G laut dem Geschäftsführer Hutchison 3G Austria, Berthold Thoma, schon seit einiger Zeit. Hauptziel war laut Thoma "die flächendeckende Netzabdeckung ab dem ersten Tag". Umgekehrt, aus Sicht von Mobilkom-Chef Boris Nemsic gaben "letztendlich wirtschaftliche Überlegungen den Ausschlag, zu diesem Zeitpunkt mit Hutchison 3G diese Kooperation einzugehen".

Verpflichtung

Laut Vorgaben des Regulators ist die Mobilkom als einer der vier bestehenden GSM-Betreiber sogar verpflichtet, ihre GSM-Frequenzen zumindest über vier Jahre gegen ein "angemessenes Entgelt" für den neuen Anbietern zur Verfügung zu stellen. Parallel dazu hat sich aber auch Hutchison verpflichtet ihr neues UMTS-Netz weiter auszubauen. Bis Ende 2003 müssen 25 Prozent der Österreicher, bis 2005 50 Prozent über das eigene UMTS-Netz von Hutchison telefonieren können.

Hutchison sieht sich selbst nicht als klassischer Mobilfunkanbieter sondern als Mobile-Multimedia-Unternehmen. Gemeinsam mit den anderen europäischen 3G-Tochterunternehmen von Hutchison Whampoa in Großbritannien, Schweden, Dänemark und Italien werden Multimedia-Produkte und Services entwickelt, die für den mobilen Einsatz gedacht sind, so das Unternehmen. (APA)

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