Weinernte stabil - trotz Wetterkapriolen

10. September 2002, 11:29
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Mit 2,546 Millionen Hektoliter gibt's heuer um ein Prozent mehr Wein als 2001

Wien - Trotz Wetterkapriolen wie Trockenheit, Hagel und Hochwasser wird die Weinernte 2002 voraussichtlich mit 2,546 Mill. Hektoliter um 1 Prozent über dem Vorjahr und um 5 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt liegen. Wie die Statistik Austria am Dienstag mitteilte, seien nur im Donau-, Kamp- und Kremstal in unmittelbarer Flussnähe punktuelle Ertragseinbußen zu verzeichnen, wo ganze Rieden durch die Strömung entwurzelt wurden. Noch sei nicht klar ob die Trauben die überflutet wurden überhaupt verwendet werden können, weil Schlamm den Geschmack beeinträchtigt. Die nachhaltigsten Schäden habe das Hochwasser an Wachauer Steinterrassen verursacht.

Große Hagelschäden gab es heuer im Kremstal, wo mit 87.200 Hektoliter ein Ernterückgang von 9 Prozent prognostiziert wird. In Summe werden aus Niederösterreich 1,561 Mill. hl Wein erwartet, was einem Plus von 1,0 Prozent gegenüber 2001 entspricht, so die Statistik Austria. Zuwächse von 4 Prozent werden aus der Wachau (79.400 Hektoliter) und aus der Thermenregion (86.000 Hektoliter) erwartet. Das Weinviertel - Österreichs größtes Weinbaugebiet - dürfte mit 936.600 Hektoliter ein Plus von 2 Prozent erwirtschaften.

Im Burgenland drückt Trockenheit die Ernte

Im Burgenland könnte die langandauernde Trockenheit im Sommer die Weinernte mit 774.800 Hektoliter (minus 0,4 Prozent) knapp unter das Vorjahresergebnis drücken, so Statistik Austria. Einbußen sind besonders in den Weinbaugebieten Mittelburgenland (minus 3 Prozent), Südburgenland (minus 3 Prozent) und Neusiedlersee-Hügelland (minus 1 Prozent) als wahrscheinlich. Das Weinbaugebiet Neusiedlersee dürfte dagegen mit plus 1 Prozent auf 413.700 Hektoliter besser abschneiden dürfte.

Auch steirische Winzer können sich heuer mit 189.200 Hektoliter über eine um 2 Prozent höhere Weinernte freuen, wobei die stärksten Zuwächse für die Südoststeiermark und Südsteiermark mit 68.000 Hektoliter bzw. mit 97.800 Hektoliter prognostiziert werden, gefolgt von der Weststeiermark mit 1,0 Prozent Anstieg auf 23.400 Hektoliter.

Die Entwicklung der Trauben werde österreichweit deutlich besser beurteilt als im Vorjahres. Der Prozentsatz von Schäden durch Verrieselung werde aber mit 4 Prozent etwas höher eingeschätzt als noch 2001 mit 3 Prozent. Auf Grund der starken Niederschläge der letzten Wochen werde über ein verstärktes Auftreten von Pilzinfektionen (Peronospora und Botrytis) berichtet, so die Statistik Austria. (APA)

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