Australische Silikon-Opfer werden entschädigt

10. September 2002, 10:00
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200.000 Frauen weltweit warten weiter

Melbourne - Nach einem mehr als zehn Jahre währenden Rechtsstreit sollen Tausende von australischen Frauen jetzt endlich eine Entschädigung für die Folgen von fehlerhaften Silikon-Brustimplantate erhalten. Gemäß einem Spruch des Obersten Gerichtshofs von Victoria ordnete Richter Barry Beach am Dienstag für alle 3.100 Klägerinnen Entschädigungszahlungen in Höhe von umgerechnet je bis zu 67.000 Euro an. Weltweit warten nach den Worten des Richters noch 197.000 weitere Klägerinnen auf Entschädigung von dem US-Unternehmen Dow Corning, das 2001 Bankrott angemeldet hatte.

Die Australierinnen hatten sich zu einer Sammelklage zusammengetan. Sie leiden unter den Folgen geplatzter Implantate. In ganz schweren Fällen waren bis zu 40 Operationen notwendig, um das im ganzen Körper verstreute Silikon zu entfernen. Da einige von ihnen inzwischen keine Vollnarkose mehr vertragen, müssen die Eingriffe häufig unter örtlicher Betäubung vorgenommen werden.(APA)

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