Technik im Kampf gegen den Seitensprung

10. September 2002, 10:01
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E-Mail-Falle und DNA-Beweise in der Unterwäsche "erschnüffeln" untreue Partner

Es gab einmal eine Zeit, da musste man beim Seitensprung "nur" auf Lippenstift am Hemdkragen, verräterische Haare und die Wahl des richtigen Liebesnestes achten. Heute haben es untreue Männer und Frauen ungleich schwerer: Internet, Mobiltelefone, ja sogar DNA-Tests werden heutzutage eingesetzt, um den Nachweis ehelicher Untreue zu erbringen.

Ein Anfängerfehler

Einem Anfängerfehler ist jener Amerikaner zum Opfer gefallen, der mit seiner Frau deren Heimat Österreich besuchte: Angeblich musste er geschäftlich kurz über den großen Teich. In Wahrheit hatte er per E-Mail ein Stelldichein verabredet - vom Laptop seiner Frau aus, die dann prompt eine verräterische Antwort in ihrem Outlook vorfand...

SMS gewährt Einblicke

Auch der Versuch, sich via SMS zum intimen Tete a Tete zu treffen, kann dem Partner Einblicke in dessen außereheliche Liebesleben gewähren, erzählte Bernhard Maier in seiner Eigenschaft als Pressesprecher des Österreichischen Detektiv-Verbands. So hatte ein Kunde zwar seine Frau im Verdacht, konnte ihr aber auch per professioneller Überwachung nichts nachweisen. Diese hatte nämlich Lunte gerochen und wusste jeden Verfolger abzuschütteln.

Die Passwort-Frage

Der gefrustete Ehemann wusste, dass seine Angetraute das Internet für den SMS-Versand an ihren Geliebten nutzte - allerdings nicht das Passwort. Hier konnten die Profis weiterhelfen: "Zumeist werden die Namen von Ehepartnern, Kindern oder Haustieren benutzt." Und wirklich: Als "Cäsar", so hieß der Kater der Dame, eingeloggt, wusste man über die Treffen Bescheid und musste sich nur mehr auf die Lauer legen.

DNA-Test an der Unterwäsche

Technisch noch aufwendiger und vor allem äußerst unappetitlich war ein anderer Fall: Der Verdacht gegen seine Frau trieb einen Ehemann so weit, deren Unterwäsche zu untersuchen. Dabei stieß er auf etwas, das später als Sperma analysiert wurde. Von ihm stammte es nicht, um es allerdings dem vermuteten Nebenbuhler in die Schuhe schieben zu können, musste eine DNA-Probe zum Vergleich - am besten ein Glas oder ein Zigarettenstummel - beschafft werden, erzählte Maier.

Falle entlarvte untreuen Partner

Man kontaktierte die Frau des Verdächtigen, die zwar keine Probe besorgen wollte, aber verriet, wo ihr Mann in einem Lokal bei einer Geburtstagsfeier sein würde. Dort machte eine attraktive Detektivin dem italienischstämmigen Casanova schöne Augen, plauderte über dessen Lieblings-Fußballverein AC-Milan und lud ihn schließlich zu einem Glas Chianti ein. Dieses entpuppte sich in diesem Fall als Schierlingsbecher für den Gefoppten: Die DNA-Proben am Glas stimmten nämlich mit jener in der Unterhose überein.

Die "alten" Methoden

Es müssen ja nicht immer derart ausgefallene Dinge sein, die das Misstrauen des Partners wecken: "Oft sind es die Kilometerstände", weiß Maier. "Die angebliche Dienstreise geht nach Innsbruck, während die gefahrenen Kilometer nicht einmal bis Preßbaum reichen."

Wahlwiederholung

Die Wahlwiederholungstaste am heimatlichen Apparat hat ebenso schon Ehen zerbrochen wie der Einzelgesprächsnachweis, der im gewünschten Zeitraum jedes Telefonat aufführt. Zwar fehlen die letzten drei oder vier Ziffern, doch wenn ein konkreter Verdacht besteht, kann dies schon genügen.

Flugtickets und Meilen als Beweise

Ebenso sind Flugtickets ein verräterischer Nachweis über das Ziel der angetretenen Reise - "Miles&More" kann offenbar nicht nur Politiker, sondern auch Privatleute Kopf und Kragen kosten. Und nicht nur dass, wie der pensionierte Richter Dr. Egon Schimon verriet: Der überführte Part muss nach der österreichischen Rechtsordnung auch noch die Kosten des Detektivbüros übernehmen.

Entsprechend vorsichtig sollte man deshalb sein, wen man als Zeugen antreten lässt. Der Jurist erinnert sich schmunzelnd an jene Mutter, die auf ausdrücklichen Wunsch des Sohnes gegen die Schwiegertochter aussagen sollte: "Herr Richter, glauben,S dem kein Wort, der lügt, wenn er nur den Mund aufmacht...."(Alexander Fechter/APA)

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