Lucent: 8.000 bis 10.000 Jobs könnten wegbrechen

10. September 2002, 09:42
posten

Intel-Präsident Paul Otellini beklagt schwachen PC-Markt in den USA - "Keine Anzeichen für Belebung"

New York/San Jose - Der Telekomausrüster Lucent Technologies könnte auf dem Weg zurück in die Gewinnzone nach einer Analyse der Investmentbank Lehman Brothers weitere 8.000 bis 10.000 Mitarbeiter einsparen. Nach Berichten von Montag schätzet Lehmann die Aussichten für Lucent mittlerweile zwar positiv ein. Doch gebe es für das Geschäft der Telekomausrüster anscheinend keine Bodenbildung, sondern eine Verschlechterung.

Lehman habe deshalb die Umsatzerwartung für Lucent im letzten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres auf 2,7 Milliarden von zuvor 2,95 Milliarden US-Dollar (3,01 Mrd. Euro) gesenkt. Man rechne damit, dass Lucent Maßnahmen ergreifen werde, um auf dieser Basis bereits die Gewinnschwelle zu erreichen. Dazu könne auch ein weiterer Stellenabbau in der genannten Höhe gehören. Von Lucent gab es zu dem Bericht keine Stellungnahme.

PC-Absatz weiterhin schwach

Der Absatz von Personalcomputern bleibt nach Worten von Intel-Präsident und Chief Operating Officer Paul Otellini weiterhin schwach. Eine Erholung sei unwahrscheinlich, bis sich das Verbrauchervertrauen verbessert habe, erklärte Otellini. Der PC-Markt zeige keine Anzeichen der Belebung. "Der US-Markt leidet immer noch unter einer Reihe von Sorgen", sagte Otellini mit Hinweis auf Arbeitsplatzunsicherheit, schwache Aktienmärkte und den bevorstehenden Jahrestag der Anschläge vom 11. September.

Der zweitgrößte US-PC-Hersteller Dell Computer darf künftig keine Produkte des Netzwerkausrüsters Cisco Systems mehr verkaufen, da Dell selbst erwägt, in diesem Markt tätig zu werden. Dell teilte mit, die seit fünf Jahren bestehende Vereinbarung mit Cisco sei per 27. September aufgehoben worden. Cisco bestätigte, dass die Geschäftsbeziehung beendet werde, gab aber keine Begründung dafür an.

Wegen des schrumpfenden Marktes für Personalcomputer versucht Dell, auch in anderen Geschäftsfeldern tätig zu werden. Vor knapp zwei Monaten hatte bereits der größte US-PC- und Druckerhersteller Hewlett-Packard angekündigt, den Verkauf von Druckern an Dell zum Wiederverkauf einzustellen. HP verwies dabei auf die Pläne von Dell, selbst am Druckermarkt tätig zu werden.

Der Dell-Aktienkurs fiel nachbörslich auf 26,17 Dollar, nachdem die Aktien zuvor mit 26,23 Dollar den regulären Handel an der Wall Street beendet hatten. (APA/vwd/Reuters)

  • Artikelbild
    photodisk
Share if you care.