Sudanesische Regierungsarmee verstärkt Offensive im Süden

10. September 2002, 09:17
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Sprecher der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee spricht von schweren Luftangriffen auf die Stadt Torit

Nairobi - Eine Woche nach Abbruch der sudanesischen Friedensgespräche hat das islamische Regime in Khartum seine Angriffe im mehrheitlich nicht-moslemischen Süden des Landes verstärkt. Ein Sprecher der gegen die Zentralregierung kämpfenden Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) sprach am Dienstag in Nairobi, der Hauptstadt Kenias, von schweren Luftangriffen auf die Stadt Torit. Ihre Einnahme durch die SPLA hatte die Regierung zum Abbruch der Gespräche veranlasst.

Täglich werde die Stadt bombardiert, sagte SPLA-Sprecher Samson Kwaje. Auch örtliche Kirchenvertreter sprachen von permanenten Angriffen. Mehrere Zivilisten seien verletzt worden. Die Regierung in Khartum von Staatschef General Omar Hassan el Bashir hatte ihre Rückkehr an den Verhandlungstisch davon abhängig gemacht, dass sich die SPLA wieder aus Torit zurückzieht.

Im Südsudan kämpft seit 1983 die christliche und animistische Bevölkerung gegen die islamisch-fundamentalistische Zentralregierung in Khartum. In dem Krieg, in dem bereits etwa zwei Millionen Menschen ums Leben gekommen sind, geht es in erster Linie um die Autonomie für den Süden und die Verteilung der Öleinnahmen.(APA/dpa)

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