Persson schließt Koalition mit Grünen aus

11. September 2002, 11:01
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Feuriges TV-Duell zum Wahlkampffinale

Stockholm - Einen Tag nach den Deutschen haben auch die Schweden ihr Wahlduell im Fernsehen erlebt. Der sozialdemokratische Ministerpräsident Göran Persson und der konservative Oppositionsführer Bo Lundgren lieferten einander am Montag einen teilweise harten Schlagabtausch. Persson schloss neuerlich eine Koalition mit den Grünen nach den Parlamentswahlen am kommenden Sonntag aus, selbst wenn ihn das die Mehrheit kosten sollte: "Wir können nicht mit einer Partei regieren, die gegen eine internationale Sicherheitspolitik und für den Austritt aus der EU arbeitet."

Nach allen Meinungsumfragen werden die Sozialdemokraten und die Linkspartei ohne die Grünen im neuen Reichstag keine Mehrheit haben. Lundgren, Chef der konservativen Moderaten Samm- lungspartei, versuchte in der Diskussion vor allem mit dem Versprechen einer Steuerreform zu punkten: "Warum haben wir die höchsten Steuern in der Welt und trotzdem enorme Probleme im Gesundheitswesen und bei der Pensionsversorgung?" Der Ministerpräsident habe in acht Jahren die größten Schwierigkeiten des Landes nicht gelöst.

Persson hingegen erklärte, seine Regierung habe erst die von der letzten konservativen Regierung verursachte Finanzkrise bewältigen müssen. Man habe das Land mit einem Schuldenstand von 600 Milliarden Kronen (65,2 Mrd. Euro) übernommen. Steuersenkungen seien unverantwortlich und zudem eine Fehlkalkulation: "Das schwedische Volk möchte keine Steuersenkungen, sondern Geborgenheit." (DER STANDARD, Printausgabe, 11.9.2002)

  • Ministerpräsident Persson (links) und Oppositionsführer Lundgren vor dem TV-Duell
    foto: epa/pressens/ola torkelsson

    Ministerpräsident Persson (links) und Oppositionsführer Lundgren vor dem TV-Duell

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