Blair verteidigt harte Linie gegen den Irak

10. September 2002, 07:14
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Annan zeigt sich besorgt

London/Washington/New York - Der britische Premierminister Tony Blair hat seine harte Haltung gegen den irakischen Präsidenten Saddam Hussein bekräftigt. In einer Rede vor dem britischen Gewerkschaftskongress (TUC), die in Auszügen bereits in der Nacht auf Dienstag bekannt wurde, wollte Blair die internationale Gemeinschaft erneut zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen den "Verbrecher" in Bagdad aufrufen.

Es müsse "alles getan werden", Saddam daran zu hindern, "die Waffen, die er besitzt, einzusetzen und die Waffen, die er haben will, zu bekommen". Die Welt dürfe der Bedrohung durch den Irak nicht tatenlos zusehen, forderte Blair.

Der TUC, der Dachverband der Gewerkschaften, steht Blairs Labour Party traditionell nahe. Einen Krieg gegen den Irak lehnt die Gewerkschaft so wie die Mehrheit der britischen Bevölkerung aber ab. Es wurde erwartet, dass Blair auf dem Kongress zur Vorlage von Beweisen gegen den Irak, wie er sie bereits angekündigt hat, aufgefordert werden würde.

US-Vizepräsident Dick Cheney kündigte unterdessen an, die Regierung wolle den Kongress, die Bündnispartner der USA und die Öffentlichkeit "so weit wir möglich" über ihre Kenntnisse zur Lage im Irak informieren. In einem Interview schränkte er aber zugleich ein, man müsse Verständnis haben, dass es für die Weitergabe von Informationen Grenzen gebe. "Wir werden sicherlich einen guten Teil an Informationen an ausgewählte Mitglieder des Kongresses geben", kündigte Cheney an.

UNO-Generalsekretär Kofi Annan zeigte sich erneut beunruhigt über einen möglichen Militärschlag gegen den Irak. Er stelle sich besorgt die Frage, was nach einem Krieg kommen werde: "Welchen Irak werden wir vorfinden, wenn wir nach den Bombenangriffen aufwachen? Was passiert dann in der Region, was werden die Konsequenzen sein?". (APA)

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