ÖVP-Vorstand vor Neuwahl-Beschluss

10. September 2002, 19:47
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Pühringer und Weingartner skeptisch bezüglich Koalition mit Haider-FPÖ

Wien - Der Vorstand der ÖVP ist Dienstagabend zusammengetreten, um offiziell den Weg in Neuwahlen zu beschließen. Als Spitzenkandidat der Volkspartei bei der Wahl wird Bundeskanzler und Parteiobmann Wolfgang Schüssel gekürt. Weiters ist die Präsentation des neuen Wahlkampfleiters, vermutlich Steiermarks Klubobmann Reinhold Lopatka vorgesehen.

So eindeutig das Bekenntnis der Vorstandsmitglieder zum Spitzenkandidaten Schüssel war, so vorsichtig fielen die Koalitions-Präferenzen für nach der Wahl aus. Allerdings deponierten die Landeshauptmänner von Oberösterreich und Tirol, Josef Pühringer bzw. Wendelin Weingartner, ihre Skepsis bezüglich einer Zusammenarbeit mit einer FPÖ unter Jörg Haider. Mit Jörg Haider und Ewald Stadler könne er sich "kaum" eine Zusammenarbeit vorstellen, meinte der oberösterreichische Landeschef. Weingartner wiederum betonte, für ihn sei es so, dass eine FPÖ, in der Haider einen maßgeblichen Einfluss hat, kein seriöser Partner ist. Allerdings plädierte der Tiroler Landeschef dafür, sich vor der Wahl alles offen zu halten.

"Mein Vorrang ist Schwarz-Rot"

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll wiederum ließ eine gewisse Präferenz für eine Neuauflage von einer SPÖ-ÖVP-Koalition anklingen: "Mein Vorrang ist Schwarz-Rot." Eine Hintertür ließ er sich allerdings offen. Man wisse ja noch gar nicht, wohin der Weg bei den Freiheitlichen gehe. In Niederösterreich zeige sich schon wieder ein Aufstand gegen die Aufständischen. Ähnlich die Einschätzung von Salzburgs Landeshauptmann Franz Schausberger. Wie es nach der Wahl weitergehe, könne man erst beurteilen, wenn sich die Nebel in der FPÖ lichten. Nicht alle bei den Freiheitlichen seien untragbar.

Überhaupt keine Einschätzung der künftigen Koalitionsmöglichkeiten wollte die steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic abgeben: "Diese Frage stellt sich heute nicht. Lassen sie Wolfgang Schüssel gewinnen. Das ist das Thema Nummer Eins." Auch Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat wollte künftige Koalitionen nicht ansprechen: "Es geht jetzt um den Kanzler, es geht um die Führung Österreichs." Die ÖVP könne mit Wolfgang Schüssel den besten Kandidaten aufbieten.

Die Dauer der Sitzung dürfte nicht allzu lange sein. Eine Pressekonferenz unter anderen mit Parteichef Schüssel könnte schon etwa um 20.00 Uhr stattfinden. (APA)

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