Ethikregeln für den Bergsport

9. September 2002, 19:38
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"Tirol-Deklaration" fordert sozial- und umweltverträgliches Verhalten

Innsbruck - Spitzenalpinisten und Vertreter von 23 Bergsportverbänden aus vier Kontinenten haben sich am Wochenende in Innsbruck bei der Tagung "Future of Mountain Sports" auf ein umfassendes Ethikdokument geeinigt, das auch den Breitensport beeinflussen soll. Es ist der erste derartige Versuch in der 200-jährigen Bergsportgeschichte.

Die so genannte "Tirol-Deklaration" sei einstimmig angenommen worden, erklärt Robert Renzler, Kletterreferent des veranstaltenden Österreichischen Alpenvereins.

In einem der zwölf Artikel wird ein umweltbewussteres Verhalten von Bergsteigern und Kletterern gefordert. Diese sollten bei der Ausübung ihres Sports "keine Spuren hinterlassen, außer ihre Fußabdrücke". Angesprochen wird auch das Restrisiko, das im hochalpinen Naturraum immer bestehen bleibe, wobei jeder Einzelne selbst Verantwortung trage und es sinnlos sei, "nach jeder Lawine einen Schuldigen zu suchen".

Appeliert wird auch an den respektvollen Umgang mit anderen Bergsteigern. Damit, so Renzler, werde auf wiederholte Fälle von unterlassener Hilfeleistungen reagiert, aber auch darauf, dass auf überlaufenen Modebergen (wie dem Großglockner) Streitereien bisweilen in Handgreiflichkeiten ausarten.

Das 16 Seiten umfassende Papier müsse in den nächsten Tagen noch im Detail ausformuliert und in fünf Sprachen übersetzt werden, sagt Renzler. Bei der Jahrestagung der Vereinigung der Bergsportverbände (UIAA) im Oktober soll die Deklaration ratifiziert werden. (hs/DER STANDARD, Printausgabe, 10.9.2002)

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