Lebertumor: Hitze statt Operation

9. September 2002, 19:18
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Hochfrequente Radiowellen "verbrennen" Gewebe - Hoffnung für Patienten, bei denen eine Operation nicht mehr möglich ist

Durham/North Carolina – Mediziner des Duke Comprehensive Cancer Centers zerstören Lebertumore auf nicht operativem Weg. Mit der so genannten Radiofrequenz-Ablation bleiben nur drei kleine Löcher übrig, durch die Drahtsonden eingeführt werden und auf den Lebertumor hochfrequente Radiowellen abgeben. Durch die steigende Gewebetemperatur wird der Tumor sprichwörtlich verbrannt. Das Verfahren ist laut Medizinern eine Alternative zur chirurgischen Entfernung des Tumors. Es sei schnell durchführbar, schmerzfrei und die garantiere eine rasche Regenerierung des Patienten.

Die Behandlung dauert ein bis zwei Stunden und wird für gewöhnlich in einer radiologischen Klinik durchgeführt. Anschließend folgt eine vier- bis sechsstündige Erholungsphase. Bei einer herkömmlichen Leberoperation beträgt diese Regenerierungsphase mehrere Monate. Die Radiofrequenz-Ablation bietet vor allem für Krebspatienten Vorteile, bei denen eine Operation nicht mehr möglich ist. Dies ist unter anderem dann der Fall, wenn zu wenig Lebergewebe für eine sichere Entfernung eines Tumors vorhanden ist.

Gewebe wird 100 Grad heiß

Bei dem Verfahren leiten zwei Scanner eine kleine Sonde durch ein winzigen Einschnitt direkt zum Tumor. An Ort und Stelle gibt diese durch die Verbindung mit einem elektronischen Gerät über Nadelspitzen hochfrequente Radiowellen ab. Die Zahl der benötigten Nadeln ist dabei von der Größe des Tumors abhängig. "Das Gewebe wird auf eine Temperatur von 100 Grad Celsius erhitzt", erklärte der Radiologe Rendon Nelson. Die Hitze ist aber auf die Sondenspitze konzentriert, dadurch bleibt die Zerstörung des Gewebes auf die Region des Tumors beschränkt.

Die Nebenwirkungen sind laut Nelson miniminal. "Die resultierende Wunde ist klein und heilt schnell. Außerdem kann das Verfahren beliebig oft wiederholt werden", ergänzte Nelson. Einige Radiologen in den USA nutzen die Radiofrequenz-Ablation auch bei Metastasen der Nieren, Lungen und Knochen. (pte)

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    derstandard.at
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