Rauchen in der Schwangerschaft erhöht das Kindstod-Risiko

10. September 2002, 12:47
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Nikotin schwächt Atemreflexe des Neugeborenen

Paris - Das Rauchen von Schwangeren erhöht offenbar das Risiko des plötzlichen Kindstods. Dies geht aus einer internationalen Studie hervor, die am Montag von der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht wurde. Demnach schwächt Nikotin langfristig die für den Atemreflex des Kleinkindes verantwortlichen Nerven-Rezeptoren im Gehirn.

Schon seit langem gab es den Verdacht, dass das Rauchen von Schwangeren das Risiko erhöhen könnte, dass das Neugeborene den plötzlichen Kindstod erleidet. Allerdings wurde der Wirkungsmechanismus bisher nicht aufgeklärt. Die Forscher vom französischen Institut Pasteur, vom Stockholmer Karolinska-Institut und vom Robert-Debre-Krankenhaus in Paris veränderten an Mäusen den Rezeptor "b2 nAChR". Dabei stellten sie fest, dass die Fähigkeit des Gehirns, bei plötzlichen Atemstillständen einen Gegenreflex auszulösen, durch Nikotin geschwächt wird.

Innerhalb der ersten sechs Monate sterben im Durchschnitt etwa zwei von tausend Kindern am Sudden infant death syndrome (SIDS). In den vergangenen Jahren gelang es jedoch in mehreren Ländern, die Sterblichkeitsrate durch den plötzlichen Kindstod auf weit unter ein Promille zu senken. (APA)

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