Hamas: Arafats Rede erfüllt nicht Erwartungen

9. September 2002, 19:42
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Anklage gegen Hamas-Mitglieder wegen mutmaßlichen Giftanschlags

Gaza/Jerusalem - Die radikal-islamische Hamas-Organisation hat die Grundsatzrede von Palästinenser-Präsident Yasser Arafat kritisiert, in der dieser zum Kampf gegen "alle Formen des Terrorismus" aufruft. Die Ansprache vor dem palästinensischen Parlament entspreche nicht den Erwartungen der Palästinenser, was ihre Sicherheit angehe, sagte einer der Hamas-Anführer, Ismail Haniya, am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Angesichts der israelischen "Aggressionen" müsse der Widerstand der Palästinenser fortgesetzt werden. Die Sicherheit der Israelis könne nicht auf Kosten der eigenen Sicherheit hergestellt werden.

Israel vermisst Aufruf zu Waffenstillstand

Israel warf Arafat vor, er habe in seiner Rede nicht zu einem Waffenstillstand aufgerufen. Der PLO-Chef habe kein "sichtbares Zeichen" gegeben oder eine einseitige Waffenruhe ausgerufen, sagte Regierungssprecher Avi Pazner. "Wir haben genug von Erklärungen, wir wollen konkrete Taten", fügte er hinzu. Arafat hatte unter anderem erklärt, er wolle "Frieden, Sicherheit und Stabilität" für Palästinenser, Israelis und die gesamte Region. Dies solle auf Grundlage von Verträgen erreicht werden.

In Jerusalem ist gegen drei Anhänger der Hamas-Bewegung Anklage erhoben worden, die nach Polizeiangaben israelische Gäste eines Restaurants vergiften wollten. Einer der drei Angeklagten habe als Koch in dem Lokal im Westteil der Stadt gearbeitet, teilte die israelische Polizei am Montag mit. Die drei Männer waren demnach bereits vor drei Wochen verhaftet worden. Sie hatten nach Anleitungen aus dem Internet bereits ein farb- und geruchloses Gift ohne Eigengeschmack gemischt, das sie zunächst an Katzen ausprobieren wollten. (APA)

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