Keine Zusammenarbeit mit Haider-FPÖ

9. September 2002, 17:45
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Dänische Rechtspopulisten: "Einige Erklärungen von Haider nicht akzeptabel"

Kopenhagen/Wien - Die rechtspopulistische "Dänische Volkspartei" (DVP) strebt keine Zusammenarbeit mit einer von Jörg Haider geführten FPÖ auf europäischer Ebene an. "Ich sehe dafür keine Möglichkeit. Österreich ist eine Sache, Dänemark eine andere", sagte Vize-Parteichef Peter Skaarup am Montag in einem Telefonat mit der APA. "Einige Erklärungen von Haider sind aus dänischer Sicht nicht akzeptabel", darunter dessen frühere Unterstützung für die Veteranen der Waffen-SS, ergänzte Skaarup.

Skaarup, der als deklarierter EU-Kritiker gilt und für das dänische Parlament in den EU-Reformenkonvent entsandt wurde, sagte, seine Partei werde auch in Dänemark oft nach ihren Kontakten zur FPÖ befragt. Dabei handle es sich aber um ein "Missverständnis". Die Situation in beiden Ländern sei sehr unterschiedlich. Auch in der Vergangenheit habe es keine Kontakte zwischen der DVP und der FPÖ gegeben, sagte der Vizeparteichef.

Die Dänische Volkspartei gehört nicht der Regierung an, unterstützt aber im Parlament das rechtsliberale Kabinett von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen. Bei den Parlamentswahlen im Vorjahr wurde die DVP zur drittgrößten Partei, nachdem sie im Wahlkampf gegen die "zu einfache" Zuerkennung der Staatsangehörigkeit an Ausländer protestiert hatte. Die Partei hatte unter anderem in Zeitungsanzeigen 5.000 Namen von Bewerbern mit der Frage veröffentlicht, ob man sich diese als Landsleute wünsche. Parteichefin Pia Kjärsgaard begrüßte nach der Wahl die Ernennung eines speziellen Ausländerministers, hätte aber "Heimsendungsminister" als dessen Amtstitel vorgezogen. In Dänemark leben knapp fünf Prozent Prozent Ausländer, unter ihnen drei Prozent Moslems. Zu Beginn des Jahres verschärfte die Kopenhagener Regierung das Ausländerrecht drastisch. (APA)

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