Deutsche Grüne erwarten grünen Wahlerfolg

9. September 2002, 17:41
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Abgeordneter Sterzing: Rechtspopulistische Kräfte lassen sich nicht domestizieren

Berlin - "Es hat sich herausgestellt, dass sich die rechtspopulistischen Kräfte nicht dauerhaft domestizieren lassen." Das sagte der europapolitische Sprecher der deutschen Grünen, Christian Sterzing, am Montag in Reaktion auf die Ereignisse in Österreich gegenüber der APA. Man habe die ÖVP-FPÖ-Koalition stets kritisch beäugt, "hoffentlich ist dies jetzt ein deutlicher Hinweis über Österreich hinaus", sagte Sterzing.

Jörg Haider sei am Anfang einer Entwicklung in anderen europäischen Ländern gestanden, so der grüne Bundestagsabgeordnete. "Wir hoffen, dass mit dem Ende der Regierungskoalition die FPÖ wieder Trendsetter ist, diesmal bergab". Wenn die Koalition in Österreich breche, so sei die Alternative von Neuwahlen ehrlich: "Es steht uns nicht zu, Ratschläge zu erteilen, aber das ist die sauberste Lösung", sagte Sterzing.

Rückfall in große Koalition?

Eine große Koalition für die Zeit nach den nächsten Wahlen beurteilt der Grünen-Politiker skeptisch: Die Unzufriedenheit mit der jahrzehntelangen großen Koalition sei ein wesentliches Element für den Aufstieg Haiders gewesen. "Ich weiß nicht, ob ein Rückfall in die große Koalition auf breites Einverständnis treffen würde", meinte Sterzing.

Die Grünen in Österreich hätten eine "gute, wenn nicht hervorragende Ausgangsposition", sagte der Grünen-Politiker, der eine rot-grüne Koalition in Österreich für vorstellbar hält. "Ich hoffe, dass sich das positive Ergebnis - sie hatten nach der Regierungsbildung Werte, von denen wir deutschen Grünen nur träumen können - auch bei Neuwahlen anhält". Trotz unterschiedlicher Entwicklung der zwei Parteien in den beiden Ländern, hätte man stets engen Kontakt gehabt, sagte Sterzing, insbesondere der deutsche Außenminister Joschka Fischer mit dem österreichischen Parteivorsitzenden Alexander van der Bellen. (APA)

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