Liebscher: Reformkurs halten

9. September 2002, 18:20
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OeNB-Gouverneur bedauert Grasser-Rücktritt: "Hatte auch international hohe Akzeptanz"

Wien - Eine "Stabilitätsbotschaft" richtete am frühen Montagnachmittag der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Klaus Liebscher, an die österreichische Innenpolitik: "Was immer die politische Zukunft in Österreich bringen wird - der Reformkurs muss weiter fortgesetzt werden." An der Stabilitätsorientierung der Fiskalpolitik müsse fest gehalten werden, "unter welchen politischen Gegebenheiten auch immer", sagte Liebscher. Ein ausgeglichenes Budget dürfe keine Eintagsfliege gewesen sein. Als vorteilhaft im Hinblick auf die Märkte wertet der OeNB-Gouverneur und Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) in Situationen wie dieser Österreichs Mitgliedschaft in der Währungsunion.

Grasser "sehr geschätzt"

Der OeNB-Gouverneur sagte weiters, er bedaure den Rücktritt von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (F), den er "sehr geschätzt" habe. "Wenngleich man in Sachfragen, etwa OeNB und Zinspolitik, natürlich nicht immer einer Meinung war." Ihn, Liebscher, habe mit Grasser ein gutes persönliches Klima verbunden, in dem auch solche Meinungsunterschiede "ordentlich verarbeitet" worden seien. Liebscher würdigte Grassers Bemühungen um eine finanzpolitische Konsolidierung. "Er sagte Nulldefizit dazu, ich sage ausgeglichener Haushalt." Auch im Ausland habe der scheidende Finanzminister hohe Akzeptanz gefunden, meint Liebscher. Dazu verwies er auf den Ecofin-Rat und den Internationalen Währungsfonds (IWF). (APA)

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