Schimanek attackiert Stadler und Haider

9. September 2002, 17:40
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Stadler "pathologisch destruktiv" - Haider einem "falschen Götzen erlegen"

Wien- Die jüngsten Rücktritte in der FPÖ-Regierungsmannschaft rufen teilweise heftige Kritik in der Parteibasis hervor. Hans-Jörg Schimanek, Ex-Landesrat in Niederösterreich und nunmehriger Bezirksrat der Freiheitlichen in Wien-Floridsdorf, sprach von einem "Schuss nicht in ein Knie, sondern in beide". Jörg Haider sei mit FP-Volksanwalt Ewald Stadler "einem falschen Götzen erlegen". Die "überwiegende Anzahl" der Basisfunktionäre und FP-Symphatisanten sei mit den jüngsten Entwicklungen sicher nicht zufrieden. Schimanek forderte daher eine Basisbefragung der Partei.

Schimanek begründete seine Forderung unter anderem damit, dass die Delegierten sicher nicht die Mehrzahl der FP-Parteigänger repräsentierten. Die Basisbefragung könne man noch vor dem anstehenden Parteitag durchführen, sagte der FP-Politiker. Rückgängig könne man zwar nichts mehr machen, es gehe aber auch um das Wohl Österreichs.

Heftige Attacken ritt Schimanek gegen Volksanwalt Stadler: Dieser habe nie überwinden können, dass er nicht in die Regierung gekommen sei. Schimanek attestierte seinem Parteifreund, "pathologisch destruktiv" zu sein.

Auch der Kärntner Landeshauptmann war Ziel der Kritik: Er habe sich von Stadler zu etwas verleiten lassen "dessen Konsequenzen er selbst nicht abschätzen habe können". Die jetzige Situation habe Haider sicher nicht gewünscht.

Die gesamte niederösterreichische Parteispitze wolle mit ihren Attacken gegen die Regierungsmannschaft nur von eigenen Versäumnissen ablenken, so Schimanek: "Die agieren ja unter Ausschluss der Öffentlichkeit, beim Hochwasser war niemand zu sehen." Er selbst sei bereits seit den Morgenstunden in Niederösterreich "zur Schadensbegrenzung" unterwegs. Dabei habe sich der große Unmut der Parteibasis gezeigt.

Lob hatte Schimanek für die zurückgetretenen FP-Regierungsmitglieder übrig. Deren Ansehen in der Öffentlichkeit sei immer mehr angewachsen. Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer etwa, sei "über sich hinausgewachsen". (APA)

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