Birkenrinde gegen Krebs

9. September 2002, 14:14
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Ulmer Kinderonkologin erhält Auszeichnung für Entdeckung

Ulm - Mit Birkenrindenextrakt will die Ulmer Kinderonkologin Simone Fulda krebskranke Kinder heilen. Betulinsäure, ein Naturstoff aus der Birkenrinde, ist möglicherweise in der Lage, bisher unverwundbare Krebszellen zerstörbar zu machen. Die meisten der heute gängigen Krebsmedikamente wirken so, dass sie in den Krebszellen das natürliche zelleigene Selbstmordprogramm, den programmierten Zelltod (Apoptose), auslösen. In Krebszellen ist dieses Programm aber häufig genetisch außer Betrieb gesetzt, da dieser Defekt den Fortbestand des Tumors sichern soll.

Betulinsäure ist nach den Forschungsergebnissen im Stande, das zelluläre Todesprogramm zu reparieren und damit die Resistenz der Tumorzelle zu durchbrechen. Das funktionierte bei den bisherigen Experimenten besonders gut bei Tumoren des Nervensystems, einem Tumortyp, der normalerweise besonders schwer zu behandeln ist. Allerdings liegt bis zur effektiven Krebstherapie noch ein weiter Weg. Dennoch eröffnen die Erkenntnisse der Wissenschaftlerin eine vielversprechende neue Perspektive, berichtet der Deutsche Wissenschaftsinformationsdienst idw.

Die Wissenschaftlerin erhielt für ihre Forschungsarbeit zu Apoptosemechanismen in der Krebstherapie den mit 10.000 Euro dotierten Kind-Philipp-Preis für pädiatrisch-onkologische Forschung. Die Kind-Philipp-Stiftung für Leukämieforschung im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft vergibt diesen Preis jährlich für die beste wissenschaftliche Arbeit auf dem Gesamtgebiet der pädiatrisch-onkologischen Forschung im deutschsprachigen Raum. (pte)

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