Energieversorger punkten mit "Ökostrom" kaum

19. September 2002, 09:55
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Studie: Mehrheit der Kunden will für sauberen Strom nicht mehr zahlen

Wien - Wenig punkten können Energieversorger offenbar mit "Ökostrom": 65 Prozent der Kunden seien nicht bereit, mehr Geld für "sauberen Strom" oder "Strom mit Heimatbezug" zu zahlen, geht aus einer Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger hervor. Auch für einen Wechsel des Anbieters sei der Preis nach wie vor der wichtigste Anreiz. Das Angebot eines Produktbündels im Rahmen einer Multi Utility-Strategie - Versorgungsleistungen von Strom und Gas über Telekommunikation bis hin zu Versicherungen - sei für einen Normalverbraucher zum Wechseln erst ab einem Rabatt von 10 bis 20 Prozent interessant.

Eine Multi Utility-Strategie könnte den Energieversorgern Einsparungen bei den Marketing- und Vertriebskosten von bis 11 Prozent beim Strom und bis zu 7 Prozent bei Gas bringen. Damit könnten allerdings die zur Gewinnung von neuen Kunden nötigen Rabatte nur rund zur Hälfte kompensiert werden. Eine Multi Utility-Strategie könne aber auch zur Kundenbindung dienen, so Roland Berger am Montag in einer Aussendung.

"Klassische Bündel" bevorzugt

Bevorzugt werden von den Kunden "klassische Bündel", die neben Energieträgern Telekommunikation, Internet und Kabel-TV enthalten. "Atypische" Bündel mit Versicherungen, Finanzdienstleistungen oder öffentlichem Verkehr würden nur von jüngeren Kunden akzeptiert.

Der Anteil der Kunden, die ihren Lieferanten wechseln, wird nach Einschätzung der Roland Berger-Studie mittel- bis langfristig auf 3 bis 5 Prozent steigen. Derzeit hat nur 1 Prozent der Kunden den Stromlieferanten gewechselt. Durch eine effektive Multi Utility-Strategie könnte dieser Anstieg der Wechselrate "vermutlich zu 50 Prozent" abgefangen werden.(APA)

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    derstandard.at
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