Neue Perspektiven für Arthrose-Behandlung

9. September 2002, 19:21
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Glucosamin- und Chondroitinsulfat - Präparate wohl bald in Mitteleuropa erhältlich - Hemmende Wirkung auf Gelenkknorpelzerstörung erwiesen

Nussbaumen/Schweiz - Durch das Aufsehen erregende Buch des amerikanischen Arztes Dr. med. Jason Theodosakis sind zwei Substanzen ins Blickfeld des öffentlichen Interesses gerückt, welchen künftig beim Kampf gegen die verbreitete Arthrose eine entscheidende Rolle zufallen könnte: Glucosamin- und Chondroitinsulfat. Sowohl in Selbstversuchen - Theodosakis litt selbst an einer von seinen Ärztekollegen als unheilbar bezeichneten Osteoarthritis - wie auch bei der Behandlung seiner Arthrose-Patienten brachte er die beiden Substanzen als Nahrungssupplemente zur Anwendung und erzielte damit überzeugende Erfolge, wie er in seinem Werk "Die Arthrose-Kur - endlich ist Heilung möglich" berichtet.

Beide Substanzen wirken auf die durch Überbeanspruchung oder spezifischen Nährstoffmangel reduzierte Rest-Knorpelmasse unterschiedlich ein: Das vorwiegend aus Crevettenschalen gewonnene Glucosaminsulfat verschafft den Gelenken die zur Regeneration und zum Wiederaufbau der Knorpelmasse erforderlichen Nährstoffe, während das vor allem aus Rinder- wie auch aus Fischknorpel produzierte Chondroitinsulfat den Wassergehalt der Gelenkknorpel reguliert und damit deren Elastizität positiv beeinflusst.

Partiell Mangelkrankheit

Die Beobachtungen von Theodosakis und zahlreicher weiterer Ärzte deuten darauf hin, dass Arthrose mindestens partiell als Mangelkrankheit zu betrachten ist. Diese wird durch die ungenügende Zufuhr von Stoffen verursacht, welche durch die zunehmenden Affinierungs-Tendenzen im Food-Bereich weitgehend aus der menschlichen Nahrung verschwunden sind - wie beispielsweise Binde- und Knorpelgewebe. Dies ist denn auch einer der Gründe, weshalb Glucosamin- und Chondroitinsulfat in den USA nicht als Medikamente, sondern konsequent als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft werden.

In den USA findet die Anwendung dieser beiden Nahrungssupplemente denn auch sowohl präventiv wie auch therapieunterstützend grosse Verbreitung. Nicht so in den Ländern Mitteleuropas: Hier tun sich die Zulassungsbehörden ausgesprochen schwer mit Nahrungsergänzungsmitteln, die auch therapeutisch genutzt werden können. In Deutschland zum Beispiel ist Chondoitinsulfat nicht, Glucosaminsulfat nur als Medikament erhältlich. Da letzteres dem teuren Zulassungsprozedere für Heilmittel unterworfen werden musste, ist der Preis folgerichtig sehr hoch. In der Schweiz sind beide Substanzen erhältlich, aber der Rezeptpflicht unterworfen. In Deutschland wiederum wurde die Zulassung von Chondoitinsulfat von den Behörden mit der Begründung verweigert, es gebe nicht den geringsten Anhaltspunkt, der auf einen Nutzen der Substanz schliessen lasse.

Auch Chondroitinsulfat hemmt Gelenkknorpelzerstörung

Inzwischen wurde in den USA jedoch eine klinische Studie über die Wirkung von Glucosaminsulfat bei Arthrosen publiziert, die den Evidenzkriterien der medizinischen Wissenschaft entspricht. Darin werden Theodosakis' Kernaussagen vollauf bestätigt. Und soeben wurde bekannt, dass auch bei Chondroitinsulfat der wissenschaftliche Nachweis für eine hemmende Wirkung der Substanz auf die Zerstörung von Gelenkknorpeln gelang. Dabei handelt es sich um eine unter der Leitung des Vorstehers der Rheumaklinik des Universitätsspitals Zürich, Prof. Beat A. Michel, durchgeführte Untersuchung, in deren Rahmen mit Chondroitinsulfat behandelte Patienten nach zweijähriger Behandlungsdauer deutlich bessere Resultate aufwiesen als Personen, welchen ein Placebo verabfolgt wurde.

Damit dürfte es den für die Registrierungspraxis zuständigen Exponenten der Gesundheitsbürokratie immer schwerer fallen, ihren ablehnenden Entscheid für die Zulassung dieser Substanz zu begründen. Man darf somit sehr gespannt sein, wie viele Jahre oder Dezennien noch ins Land gehen müssen, bis Glucosamin- und Chondroitinsulfat -Präparate, die mittlerweile in den USA in jedem Supermarkt mit Drogerieabteilung frei erhältlich sind, auch in Mitteleuropa als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen werden. Vorderhand scheinen nämlich die Gesundheitspolitiker noch derart mit Jammern über die davon galoppierenden Gesundheitskosten befasst zu sein, dass ihnen schlicht Zeit und Kapazität fehlen, um sich mit konkreten Korrekturansätzen zu beschäftigen.

Über Glucosamin- und Chondroitinsulfat ist im PRK-Verlag eine allgemeinverständliche Kurz-Monografie erschienen. Sie kann gegen Einsendung von 5 Euro bezogen werden bei: Redaktion Gesundheitsnews, Rainstrasse 2a, CH-5415 Nussbaumen/Schweiz. Fax 0041-56-282 25 33. http://www.gesundheitsnews.ch Hier ist auch das Buch "Nahrungsergänzungsmittel - Mode-Erscheinung oder Weg zu besserer Gesundheit und längerem Leben?" erhältlich. (pte)

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    derstandard.at
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