Deutsche Telekom einigt sich mit Vodafone bei digitaler Lkw-Maut

9. September 2002, 13:25
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Beteiligung in dreistelliger Millionenhöhe

Der Wettstreit um den milliardenschweren Auftrag zur Installation eines satellitengestützten Mobilfunksystems für die Abrechnung von LKW-Maut auf deutschen Autobahnen scheint entschieden. Die unterlegene Ages-Gruppe wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auf weitere Einsprüche gegen die Vergabe an das ETC.de-Konsortium um Deutsche Telekom und DaimlerChrysler verzichten. Grund ist ein Kompromiss, der vergangene Woche festgezurrt wurde. Danach wird Ages-Hauptgesellschafter Vodafone trotz der Niederlage an dem Maut-Geschäft partizipieren.

Erklärung

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" hat sich die Telekom in geheimen Verhandlungen bereit erklärt, bis zu 30 Prozent des Datenvolumens, das über Mobilfunknetze abgewickelt wird, an die Vodafone-Tochter D2 abzugeben. Nach Vodafone-Berechnungen entspricht dies einem jährlichen Umsatz in dreistelliger Millionenhöhe. Im Gegenzug will Vodafone auch die noch zögernden Mitgesellschafter wie den Mineralölkonzern Shell dazu bewegen, keine weitere Beschwerde gegen die umstrittene Vergabe des Auftrags vor Gericht einzulegen. Ein erneuter Einspruch vor Gericht könnte den für Mitte nächsten Jahres geplanten Start des Maut-Systems erneut verzögern und DaimlerChrysler und die Telekom in arge Bedrängnis bringen. Per Vertrag hat sich das Sieger-Konsortium verpflichtet, für jede weitere Verzögerung Strafen in mehrstelliger Millionenhöhe an den Bund zu zahlen.

Hintergrund

Bei dem Projekt im Wert von schätzungsweise sechs bis sieben Milliarden Euro geht es um den Bau und Betrieb eines satellitengestützten Mautsystems, mit dem sich jede Lkw-Fahrt auf den Autobahnen kilometergenau abrechnen lässt. Dabei wird das Global Positioning System (GPS) mit neuester Mobilfunktechnik verbunden. (pte)

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