"Space Generation Forum" in Graz

9. September 2002, 13:21
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Junge Raumexperten diskutieren über Wissenschaftsnachwuchs

Graz - Die Frage nach der Zukunft der Weltraumforschung ist Thema einer Tagung des "Space Generation Forum", die auf Initiative der Europäischen Weltraumagentur (ESA) und den Vereinten Nationen bis inklusive kommenden Donnerstag in Graz stattfindet. Rund 60 junge Weltraumexperten aus ebenso vielen Nationen diskutieren über die Frage, wie man junge Leute besser für die Wissenschaft im Allgemeinen und die Raumforschung im Speziellen begeistern kann.

Das von der Grazer Forschungsgesellschaft Joanneum Research ausgerichtete Symposium ist die dritte und damit letzte derartige Veranstaltung einer Reihe, die sich speziell der "Nachwuchsfrage" auf diesem Gebiet gewidmet hat. Dabei gilt es vor allen Dingen, die Werkzeuge für die Organisation von länderübergreifenden Aktivitäten und den gegenseitigen Informationsaustausch zu verbessern und die Ausbildung in den einzelnen Ländern voranzutreiben.

Auf Beobachter-Posten

Das "Space Generation Forum" (SGF) wurde im Jahr 1999 im Rahmen der UNO-Konferenz "Unispace III" aus Teilnehmern aus rund 60 Nationen gebildet. Junge Weltraumexperten aus allen Teilen der Welt begannen damals, Wege der verstärkten Integration junger Forscher in laufende Weltraumaktivitäten und der Einbindung von Weltraumthemen in die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu erarbeiten. Die Ergebnisse der drei Konferenzen wird dem Komitee zur friedlichen Nutzung des Weltraumes in den Vereinten Nationen vorgelegt werden. In diesem Komitee hat sich das Space Generation Forum SGF mittlerweile den Rang eines Beobachters erarbeitet.

Quasi bereits als Rückblick werden die Referenten in den kommenden beiden Tage in ihren Referaten darstellen, welche Aktivitäten in den vergangenen drei Jahren gesetzt wurden, um in den eigenen Ländern das Interesse von Jugendlichen an der Weltraumforschung zu wecken: So arbeitet man beispielsweise an einem "Global Space Education-Index", der sämtliche Adressen von Experten, aber auch Institutionen von Forschungseinrichtungen bis hin zu den Museen enthält, die sich der Weltraumforschung widmen. Der Innsbrucker Astrophysiker Gernot Groemer wiederum arbeitet gemeinsam mit seinem kanadischen Kollegen Mark Dejmek an einem so genannten Global Space Education Curriculum - einem exemplarischen Lehrplan, der zeigt, wie Weltraumthemen in den Unterricht von Grund- und Mittelschulen integriert werden können.

Die größte öffentliche Aufmerksamkeit hat das "Space Generation Forum" bisher durch die "Yuri's Night" im April 2001 erlangt. In dieser Nacht im Gedenken an die erste Erdumrundung an Bord einer Raumkapsel durch Juri Gagarin im Jahr 1961 wurden Partys und Aktivitäten in 64 Städten und 29 Ländern der Welt veranstaltet. Rund 10.000 Menschen seien gekommen und so auf die Leistungen der Weltraumfahrt aufmerksam gemacht worden, so SGF-Sprecher Shane Kamper im Rahmen des Pressegespräches in Graz. (APA)

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