"Long Way Home" gewinnt amerikanisches Filmfestival

9. September 2002, 13:01
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Festival endete am Sonntag im französischen Deauville mit einem Erfolg für Regisseur Peter Sollett

Paris - Der Streifen "Long Way Home" von Peter Sollett hat die 28. Ausgabe des amerikanischen Filmfestivals gewonnen, das am Sonntagabend im nordfranzösischen Deauville (Normandie) zu Ende gegangen ist. Der Jurypreis ging ex aequo an "Long Island Expressway" ("L.I.E.") von Michael Cuesta und "One Hour Photo" von Mark Romanek. Unter den Kurzfilmen gewannen "Crossing" von Jeremy Passmore den Grand Prix und "Passengers" von J.T. Walker den Jurypreis.

Jurypräsident war beim diesjährigen Festival, das am 30. August begonnen hatte, der ehemalige Geschäftsführer des Pay-TV-Senders Canal Plus (Viveni Universal), Pierre Lescure. Im Vorjahr hatte die von Regisseur Jean-Jacques Annaud geleitete Jury den Streifen "Hedwig And The Angry Inch" von John Cameron Mitchell ausgezeichnet.

Der Film "Long Way Home", der auch bei der kommenden Viennale (18.-30.10.) gezeigt wird und nächstes Jahr in die europäischen Kinosäle kommen wird, ist das Erstlingswerk des 26-jährigen Peter Sollett. Der Cineast war bereits im Jahr 2000 in Cannes für seinen Kurzfilm "Five Feet High and Rising" mit dem Sonderpreis "Prix de la Cinefondation" ausgezeichnet worden. Der neue Spielfilm ist die Fortsetzung jenes Streifens.

Die autobiografische Handlung erzählt die Geschichte zweier Brüder (interpretiert von Victor und Sylvestre Rasuk), und ihrer Schwester (Krystal Rodriguez), die im New Yorker Vierter Lower East Side von ihrer Großmutter (Altagracia Guzman), einer dominikanischen Immigrantin, aufgezogen werden. Alle Hauptrollen werden von nicht professionellen Schauspielern gespielt. Humorvoll und melancholisch zugleich stellt der Film die mit der Immigration verbundenen Integrationsschwierigkeiten dar.

"Long Island Expressway" ist der erste Spielfilm des 39-jährigen Michael Cuesta, einem Regisseur, der bisher für das Fernsehen und in der Werbebranche gearbeitet hat. Der Film erzählt die Geschichte eines 15-Jährigen in Long Island, der nach dem Verlust seiner Mutter von einem beinahe ständig abwesenden Vater aufgezogen wird. Er trifft einen 60-jährigen Mann (Brian Cox), der sich stark von dem 15-Jährigen angezogen fühlt.

"One Hour Photo" ist der zweite Spielfilm des 43-jährigen Mark Romanek. Bislang arbeitete Romanek vor allem als Regisseur bei Videoclips von Sängern wie David Bowie, Michael Jackson, Madonna und Lenny Kravitz. In dem preisgekrönten Streifen spielt Robin Williams die Rolle eines einsamen Angestellten der Fotoabteilung in einem großen Supermarkt. Mittels der Fotos seiner Kunden, die er den ganzen Tag lang entwickelt, erfindet sich Williams ein Familienleben. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    US-Regisseur Michael Cuesta (re) und Schauspieler Brian Cox (li)

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