"Futura 2002" trotzt Branchenkrise

9. September 2002, 12:50
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Erfolgreich zu Ende gegangen - Raum für Linzer Fachmesse aber nicht mehr ausreichend

Die soeben zu Ende gegangene Linzer Fachmesse "Futura 2002", Fachmesse für Unterhaltungselektronik, Haushaltstechnik und Telekommunikation, zeigt sich unbeeindruckt von der anhaltenden Flaute auf den Elektronik- und Telekommunikationsmärkten. Im Vorjahr hatten rund 6.200 Besucher die Stände der 100 Aussteller im Linzer Design Center frequentiert. Dennoch könnte die Fachmesse in ihrer jetzigen Form bald nicht mehr existieren.

Kompromiss

"Die Futura ist ein Kompromiss und der kleinste gemeinsame Nenner auf den man sich einigen konnte," sagte Sony-Chef Friedrich Lechner. Er sei prinzipiell aber sehr zufrieden mit der Messe: "Wenn sich nichts Besseres aufdrängt, gibt es keinen Grund für eine Veränderung." Es müsse aber überlegt werden, welche Alternativen es gebe. Ihm schwebe jedenfalls eine Fachmesse mit Publikumsbeteiligung vor. Zudem vermisse er einen gewissen Eventcharakter und ein ansprechendes Rahmenprogramm.

Zu klein

Das Platzangebot sei trotz der beiden angedockten Leichtbauhallen für so manchen nicht ausreichend. Das Design Center sei zwar prinzipiell sehr gut, man könne "aber nicht einfach dranbauen". Deshalb dürfte auch der derzeitige Standort Linz prinzipiell zur Disposition stehen. "Ich könnte mir Wien gut vorstellen", spricht Lechner einen derzeitigen Umbau der Reed Messe in der Bundeshauptstadt an. "Eventuell könnte sich das schon im kommenden Jahr ausgehen", so Lechner.

Unfertig

"Bis Ende 2003 ist das eine Baustelle. Das ist nicht machbar", erklärte Paul Hammerl, Pressesprecher des Veranstalters Reed Messe Salzburg, dazu. Linz sei für 2003 weiter im Terminplan. "Dann fällt diese Option flach", reagierte Lechner, der sich auch ein Zwischenspiel in Salzburg vorstellen könnte. Prinzipiell würde sich aber Wien anbieten, um "auch mal über die Grenzen zu blicken". "Wenn eine Veränderung gewünscht wird, werden wir das machen", so Hammerl. Funktioniere ein bestimmtes Konzept an einem bestimmten Standort nicht, müsse man sich einen Wechsel überlegen.

Antrieb

"Wir brauchen einen neuen Motor", ist auch Dagmar Pfeiffer, Geschäftsführerin bei Grundig Österreich, überzeugt. In der aktuellen Branchenkrise werde es wichtiger die Endkonsumenten zu gewinnen. Ob diese aber in Massen zu einer "Futura neu" kommen würden, sei ungewiss. "Es muss rundherum was Tolles angeboten werden. Wenn es ein vernünftiges Konzept gibt, sollte man sich das überlegen", so Pfeiffer.

Zufriedenheit

Grundsätzlich zufrieden mit dem derzeitigen Konzept zeigt sich auch Sven Hugo Joosten, Marcom Manager bei Philips Austria. "Wir fühlen uns hier sehr wohl, werden aber auf andere Meinungen hören", so Joosten. "Wenn die Bedingungen in Wien nachweisbar besser sind, werden wir uns das überlegen."

Abfolge

Geändert wurde in diesem Jahr zudem die Tagesfolge: Der Branchenevent dauerte von Donnerstag bis Sonntag statt wie bisher von Freitag bis Montag. "Damit haben wir uns ganz nach den Wünschen der Branche gerichtet", erklärte Messeleiterin Siegrid Fellner.

Abhängen wird die weitere Entwicklung bei der Futura wohl von den Gesprächen, die im Anschluss an die Fachmesse geführt werden. Sollte es einen allgemeinen Wunsch nach Neuerungen geben, wird die Umsetzung vor allem von der Kostenstruktur abhängen. Einige Aussteller werden massive Preiserhöhungen jedenfalls nicht akzeptieren, ist hinter vorgehaltener Hand zu hören. Rund 220.000 Fachbesucher und ca. 6.000 Aussteller aus rund 40 Branchen machen die Reed Messe Salzburg laut eigenen Angaben zum Marktführer im österreichischen Fachmessewesen. Da das Unternehmen standortungebunden agiere, würden zurzeit neben Salzburg auch Fachmessen in Linz, Graz und Wien organisiert. (APA)

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