Mindestens elf Tote bei schweren Unwettern in Südfrankreich

9. September 2002, 21:04
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Viele Ortschaften unter Wasser - Über 1.100 Evakuierungen - "Ernste Situation"

Nimes - Unwetterchaos in Südfrankreich: Bei schweren Gewittern mit Sturmböen und sintflutartigen Regenfällen kamen nach Fernsehberichten mindestens elf Menschen ums Leben. Drei wurden am Abend noch vermisst, wie der Fernsehsender France 2 meldete. Bei Avignon wurde am Montag ein Mann vom Blitz erschlagen. Am schlimmsten heimgesucht wurde die Gegend bei Nimes. Ganze Landstriche standen unter Wasser, Straßen und Bahnverbindungen wurden unterbrochen. Der Präfekt des Departements Vaucluse sprach von einer "ernsten Situation".

Mehr als 1.100 Bewohner mussten seit Sonntagabend in Sicherheit gebracht werden, in 40.000 Haushalten fiel der Strom aus. Die Behörden mobilisierten 800 Soldaten und Feuerwehrleute. Innenminister Nicolas Sarkozy wurde am Abend in der Krisenregion erwartet.

Hagel und Sturmböen

Begleitet von Hagel und Sturmböen fiel in einer Nacht mancherorts so viel Regen wie sonst in einem Jahr. Bäche verwandelten sich in Ströme, die Autos und Wohnwagen mit sich rissen. Die Autobahn A7 wurde bei Orange gesperrt, im Krankenhaus der Stadt stand das Wasser. In der Ardeche-Region wurden 400 Touristen von einem Campingplatz evakuiert. 80 Prozent des Straßennetzes im Departements Gard waren nach Behördenangaben unpassierbar. Polizei und Feuerwehr retteten Autofahrer, die mit dem Wagen in den Wassermassen stecken geblieben waren. Dabei wurde ein 43-jähriger Feuerwehrmann von den Fluten mitgerissen, er starb im Krankenhaus.

Bei Sommieres brach ein Damm, am Fluss Vidourle wurde eine sieben Meter hohe Flutwelle erwartet. In der Nähe brachten die Fluten eine Brücke zum Einsturz. Der Kabinettschef der Präfektur, Pierre-Alexandre Teulie, sagte dem Fernsehsender LCI, mehr als 250 Menschen seien in der Nacht mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht worden. (APA/AP)

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    Ein überfluteter Platz in Sommieres

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